Groß Santersleben l Das Parkchaos im Wohnpark Groß Santersleben sowie in der näheren Umgebung beschäftigt nicht nur das Ordnungsamt der Gemeinde Hohe Börde, sondern auch die Immobilienverwaltung. „Als 1995 die ersten Mieter eingezogen sind, da war das Verhältnis von einem Parkplatz zu einer Wohnung noch in Ordnung“, erläutert Geschäftsführer Thomas Grulke. „Jetzt sind wir nahezu ausgelastet und die Grundstücke für Einfamilienhäuser sind, bis auf eins, inzwischen verkauft.“

Lange Jahre hatten die Bewohner auf diesem Gelände einfach illegal oder halb geduldet ihre Fahrzeuge abgestellt. Die Zeiten sind jedoch nun vorbei und mit einem Schlag fehlen gut 60 Stellflächen für Autos. Die Auswirkungen sind quasi jeden Abend vor Ort zu beobachten. Die Pkw stehen teilweise in zweiter Reihe oder stellen Rettungsgassen zu.

Thema beschäftigt Immobilienverwaltung

„Wir sind gerade dabei, mit den Eigentümern der Wohnungen zu reden und dieses Thema beschäftigt uns aktuell sehr“, erläutert Geschäftsführerin Elke Pasemann. „Eine Lösung zu finden, ist aber schwer, da wir die Interessen von gut 150 unterschiedlichen Eigentümern vertreten, die allesamt ihre Zustimmung für bauliche Veränderungen auf dem Gelände signalisieren müssen.“ Der parkähnliche Charakter des Geländes soll dabei erhalten bleiben, daher werde er auch nicht angetastet.

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Besitzverhältnisse und die Ausmaße des Geländes setzen den Planern von der Verwaltung ohnehin enge Grenzen. „Die Verwendung eines Bereiches, in dem eigentlich ein Kinderspielplatz entstehen sollte, ist ausgeschlossen. Er gehört einer Firma, die nicht bereit ist, in Stellflächen zu investieren“, erzählt Grulke. Damit erschöpft sich die Kapazität innerhalb der Parkgrenzen schon fast.

Außerhalb herrscht ähnliches Chaos. Die Flächen vor dem Kultursaal in Groß Santersleben werden regelmäßig von Lkw und Lieferfahrzeugen zugeparkt. „Selbst bei Veranstaltungen haben wir da enorme Probleme“, sagt Eckhard Marschke von Ordnungsamt der Gemeinde Hohe Börde. „Hier verteilen wir regelmäßig Knöllchen, aber es ändert sich im Grunde nichts.“ Im gegenüberliegenden Wellener Weg sieht die Lage ähnlich aus. Nachts wird die Straße gern einmal beidseitig zugeparkt.

Nachbarn stellen Fahrzeuge ab

„Außerdem stellen etliche Bewohner dieses benachbarten Wohngebiets ihre Fahrzeuge bei uns ab und sorgen damit für zusätzliche Probleme“, bringt der Geschäftsführer vor. „Ich bin selber schon persönlich tätig geworden, als Transporter einfach auf den Parkplätzen der Verwaltung abgestellt worden sind.“ Ihm sei sogar schon von einigen gefrusteten Fahrern der Stinkefinger gezeigt worden.

„Wir haben schon großes Interesse an einer Lösung“, betont Elke Pasemann. Die hat vielleicht der Vertreter des Ordnungsamtes parat. Bei einem spontanen Vor-Ort-Termin mit einigen Bürgern und der Volksstimme führt dieser durch den Wohnpark und klärt über wildes Parken auf, äußert aber gleichzeitig neue Ideen.

„In einem verkehrsberuhigten Bereich müssen Parkplätze entsprechend gekennzeichnet werden“, sagt er. „Es könnten mit relativ wenig Aufwand etliche Stellplätze geschaffen oder eben legalisiert werden.“

Er schlägt zudem die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung im Ringweg vor. „Wenn so der Begegnungsverkehr vermieden wird, dann reden wir in diesem Bereich allein von vier bis fünf Parkplätzen“, äußert er sich. „Wir als Ordnungsamt wären durchaus bereit, die Verwaltung in dieser Sache zu beraten.“

Der Vorschlag wird dort mit Freude zur Kenntnis genommen. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, versichert Thomas Grulke. „Einen entsprechenden Termin werden wir vereinbaren.“ Weiterhin hofft er auf Unterstützung durch die Gemeinde Groß Santersleben, um mit den Landeigentümern rund um den Park ins Gespräch zu kommen. „Der Idealfall wäre eine befestigte Stellfläche, die natürlich das ganze Problem endgültig aus der Welt schaffen könnte“, gibt er einen kleinen Einblick in seine große Zukunftsvision.