Haldensleben l Jahrelang hat die Stadtverwaltung versucht, einen Käufer für die Magdeburger Straße 46 zu finden. Fast vergeblich. Selbst als 1-Euro-Grundstück hat sich nur schwer ein Interessent gefunden, der das marode Gebäude abreißen und das Grundstück neu bebauen wollte. Als dann doch einer vorstellig wurde, machte der Denkmalschutz den Verkaufsplänen der Stadt einen Strich durch die Rechnung.

Sozusagen direkt in das Gebäude, eine ehemalige Mühle, sind Teile der ehemaligen Haldensleber Stadtbefestigung sowie des Magdeburger Tores verbaut. „Hätten wir es als 1-Euro-Grundstück verkauft, wäre mit Sicherheit der Abriss erfolgt. So aber haben uns die Erkenntnisse des Denkmalschutzes dazu bewogen, das Objekt in unserem Bestand zu lassen“, erklärt Stadtbauamtsleiter Holger Waldmann.

Sanierung statt Abriss

Inzwischen ist die Sanierung des Gebäudes vorgesehen. Hier sollen einmal drei Wohnungen entstehen. Geplant ist, sie reihenhausartig anzulegen, so dass sich jede Wohneinheit jeweils über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss erstreckt. Dazu soll jede der etwa 100 Quadratmeter großen Wohnungen einen separaten Eingang sowie einen Freisitz bekommen.

Bevor diese Idee allerdings konkret umgesetzt werden kann, stehen Sicherungsmaßnahmen für das leicht baufällige Gebäude an. Dafür hat die Stadt eine hundertptrozentige Förderung in Höhe von 500.000 Euro bekommen. Dazu zählen auch die Sanierung von Dach und Dachstuhl, von Fachwerk, Fenstern und Außenfassade sowie die Trockenlegung des Gebäudes. „Die Ausschreibungen dazu laufen“, sagt Holger Waldmann. „In Abstimmung mit dem Denkmalschutz ist die Herstellung eines geschlossenen Rohbaus vorgesehen. Diese Maßnahme soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein.“

Noch kein Zeitplan

Erst dann kann es an den eigentlichen Wohnungsbau gehen. Dafür gibt es allerdings noch keinen Zeitplan. „Für den Innenausbau haben wir keine Fördermittel bekommen“, bedauert der Bauamtsleiter. Deshalb bleibt abzuwarten, in welchem Haushaltsjahr die Maßnahme finanziell gestemmt werden kann.