Stadtgrün

Zahlreiche Bäume müssen im Stadtwald in Haldensleben gefällt werden

Jährlich müssen in Haldensleben kranke Bäume gefällt werden, die bereits abgestorben sind und damit zur Gefahr für Spaziergänger und Autofahrer werden können. Foto: Soeren Stache/dpa

Haldensleben (tc)

Bäumen werden zahlreiche positive Effekte für ihre Umgebung nachgesagt: Sie sorgen für Grün im Stadtbild, säubern die Luft, spenden im Sommer Schatten und laut Studien hat ihr Anblick auch eine beruhigende Wirkung auf Menschen. Haldensleben ist eine verhältnismäßig grüne Stadt. Doch die jährlichen Baumkontrollen haben wie in den vergangenen Jahren ergeben, dass die Stadt einige davon verlieren wird, da sie stark beschädigt sind und sowohl Fußgänger, Radfahrer als auch Autofahrer gefährden könnten.

Insgesamt 147 abgestorbene Bäume wurden von der Baumbeauftragten Andrea Sczech bei ihrer alljährlichen Kontrolle festgestellt, die die Sicherheit in ihrer unmittelbaren Umgebung gefährden. An neun Stellen im Stadtgebiet müssen kranke Bäume gefällt werden und Totholz entfernt werden. Im Stadtgebiet müssen beispielsweise Bäume am Waldstadion weichen, aber auch in den Ortsteilen Satuelle, Süplingen und Uthmöden musste Andrea Sczech das Todesurteil fällen. Für die Stadt sei das mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden, so die Pressestelle der Verwaltung.

Das Gebiet, das die Stadt Haldensleben pflegt und kontrolliert, ist riesig. Insgesamt 2366 Hektar Wald, die auch gepflegt und kontrolliert werden müssen. Das entspricht in etwa der Größe der größten der Kanarischen Inseln Teneriffa. „Unsere Baumkontrolleurin soll grundsätzlich jeden Baum im öffentlichen Raum einmal jährlich begutachten und ist damit auch ausgelastet“, erklärt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann. Da die Kontrolle von Waldkanten an Straßen ein erheblicher zusätzlicher Aufwand sei, sollte die Kontrolltätigkeit zeitlich aufgestockt werden.

Schäden durch trockene Sommer

Für die Schäden an den Bäumen gebe es verschiedenste Gründe. So werden die Bäume zum einen durch Schädlinge wie Insekten oder Pilzen geschwächt. Hinzu kommen die Klimaveränderungen der vergangenen Jahre durch trockene und heiße Sommer. Auch Stürme setzen den Bäumen immer wieder zu, wie Forstamts- und Revierleiter berichten.

Im Wald der Stadt Haldensleben seien vor allem Nadelbäume erkrankt. Vor allem Fichten, Kiefern und Lärchen mussten deswegen gefällt werden. Dabei handelt es sich um junge und mittelalte Bäume. Aber auch Laubbäume wie beispielsweise Rotbuchen, Eschen und verschiedene Eichenarten sind gegen solche Schäden nicht gefeit. Doch bei Laubbäumen trifft es mittelalte und alte Bestände, die weichen müssen. Bereits seit 2018 werden deshalb vermehrt Bäume gefällt. Dadurch entstehen Lücken im Stadtwald, die zusammengerechnet inzwischen 32 Hektar groß sind. Diese Flächen müssen laut Landeswaldgesetz und der waldbaulichen Verpflichtungen wieder aufgeforstet werden.

Die Kosten für die Arbeiten beliefen sich auf insgesamt 53.000 Euro. Die gefällten Bäume werden anschließend von Revierförstern verkauft, doch das ist kaum noch lukrativ. Durch das Rohholz der geschädigten Flächen als auch der schlechten Holzqualität seien auch die Holzpreise stark gefallen.

Muss ein Baum gefällt werden, bleiben schließlich Baumstümpfe mit einer Höhe von 25 bis 30 Zentimeter übrig. Bei den Arbeiten müsse stets darauf geachtet werden, dass keine weiteren Bäume in Mitleidenschaft gezogen und beschädigt werden.

Auch am Waldstadion fand die Baumkontrolleurin der Stadt einige erkrankte Bäume, die gefällt werden müssen.
Foto: Theresa Schiffl