Havelberg l Zu dieser Veranstaltung im Gasthaus „Mühlenholz“ waren auch Ehepartner der Rotary-Mitglieder, Freunde und Bekannte eingeladen.

Das zehnmonatige Abenteuer von Jakob in Südamerika begann am 7. August 2014. Vom Flughafen Berlin-Tegel aus ging es nach Frankfurt/Main und dann nonstop nach São Paulo. Von dort aus führte die letzte Etappe in seine Wahlheimatstadt Araraquara. Sie zählt zu den Großstädten in Brasilien, befindet sich im Zentrum des Bundesstaates São Paulo und liegt etwa 270 Kilometer nordwestlich der Bundeshauptstadt. Auf einer Fläche von 1312 Quadratkilometern leben rund 200 000 Einwohner.

In seiner fast einstündigen Power-Point-Präsentation stellte der 17-Jährige zu Beginn des Vortrages seine vier Gasteltern vor und berichtete über den Schulalltag, der sich vom deutschen Schulsystem doch etwas unterscheidet. Am Vormittag werden die Hauptfächer unterrichtet und der Nachmittag gehört den verschiedenen Kursen. Zu Beginn seines Au­fenthaltes in dem fernen Land hatte er einige Schwierigkeiten, was an der gegenseitigen Kommunikation lag, doch nach wenigen Wochen konnte Jakob erst mit einigen portugiesischen Worten, dann sich aber immer besser mit Sätzen in der Familie und im Alltag mit seinen neuen Freunden verständigen.

Aktiv in der Fußball-Stadtliga

Seine Aktivitäten im heimatlichen Sportverein kamen ihm auch in der Ferne zugute. So war er unter anderem auch Mitglied in der Volleyballmannschaft seiner Schule und auch in der Fußball-Stadtliga durfte er mitspielen.

Bevor er die Anwesenden auf seine drei abenteuerlichen Reisen in Wort und Bild mitnahm, machte er sie mit den landestypischen Speisen und Getränken vertraut und berichtete über einige Erlebnisse in seinem Alltag, wozu auch ein Hochzeitsbesuch und die Teilnahme an Rotary-Veranstaltungen gehörten. Gerne übermittelte er den Havelberger Rotariern auch die herzlichsten Grüße des Rotary Clubs aus Araraquara. Er stellte den Club kurz vor und berichtete über dessen Aktivitäten, zu denen unter anderem großzügige materielle Spenden für Krankenhäuser gehören.

Quer durch den Amazonas

Dann lud Jakob die Zuhörer zur ersten von drei Abenteuerreisen quer durch Brasilien ein. Gemeinsam mit 80 Gleichgesinnten aus verschiedenen Ländern der Erde ging es für 13 Tage quer durch das Amazonasgebiet. Hier erlebten die Austauschschüler eine unvergessliche Fauna und Flora. Beeindruckend war für den Havelberger die Größe des Amazonas. Seine Länge beträgt fast 6500 Kilometer und die breiteste Stelle von Ufer zu Ufer ist über 40 Kilometer breit. Mit Booten konnten sich die Jugendlichen auch selbst ein Bild von der Flusslandschaft verschaffen.

Eine zweite Reise führte für elf Tage mit zwei Bussen nach Pantanal, das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Welt. Das Pantanal als Feuchtgebiet ist fast so groß wie die Bundesrepublik um 1990. In dem Naturparadies mitten in Südamerika gibt es mehr Vogelarten als in Europa – Ornithologen bezweifeln, ob sie schon alle entdecken konnten. Bisher stehen gut 700 Arten auf ihren Listen. Auch Jakob konnte eine seltene Vogelart mit seinem Fotoapparat im Bild festhalten und den Anwesenden zeigen.

Ein Abstecher nach Rio de Janeiro

Die längste Reise in seinem Austauschjahr führte ihn für einen Monat durch den Nordosten von Brasilien. Hier erlebte er unvergessliche Eindrücke, die er nur ansatzweise in Worten und Bildern vermitteln konnte. Auf dieser Reise durfte natürlich auch ein Abstecher nach Rio de Janeiro, der zweitgrößten Stadt Brasiliens, nicht fehlen.

Ein Bild zeigte den Jugendlichen aus Havelberg vor Cristo Redentor, die monumentale Christusstatue im Süden von Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado. Die 30 Meter hohe Statue im Art Déco-Stil stammt aus dem Jahr 1931. Sie wurde Vorbild für zahlreiche weitere große Christusstatuen.

Ein weiteres Erlebnis war der Besuch des Maracanã-Stadions. Bei seiner Fertigstellung 1950 war es mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200 000 Zuschauern das größte Fußballstadion der Welt. Nach zahlreichen Modernisierungen liegt die Kapazität heute bei gut 75 000 Zuschauern. „Den Rasen durften wir nicht betreten“, sagte Jakob und fügte hinzu, dass es dafür sonst eine lebenslange Stadionsperre geben würde.

Er hätte noch eine Stunde und länger über seine Reise berichten können, so viele Eindrücke gibt es noch. Zum Schluss zeigte er den Anwesenden noch einige landestypische Erinnerungen, die er von seiner Abenteuerreise mitgebracht hat. Dankesworte richtete er zum Endes seines Vortrages noch an die Rotarier des Havelberger Clubs sowie an seiner Familie, die ihm diese Reise ermöglichten.