16 666 Besucher am Pfingstmontag

1,05 Millionen Besucher hatte die Bundesgartenschau 2015 Havelregion insgesamt. Der besucherstärkste Tag war der 25. Mai mit 16 666 Besuchern (Pfingstmontag), der besucherschwächste Tag der 7. Oktober mit 549 Besuchern (ein kalter Regentag).

Mehr als 3,5 Millionen Pflanzen, Bäume und Sträucher wurden auf den 53 Hektar großen Buga-Arealen an den fünf Standorten Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg präsentiert. 33 Firmen halfen, die Pflanzen zu liefern und zu positionieren.

Allein gut 1,8 Millionen Frühblüher waren in die Erde gebracht worden. Die Zahl der Stauden-, Gras- und Strauchpflanzungen liegt bei 318 500 Stück, die der Bäume und Großgehölze bei gut 8000.

Täglich arbeiteten mehr als 50 gärtnerische Fachkräfte der drei Buga-Pflegefirmen in den Parks. Den Pflegezustand bewerteten Fachleute und Gäste als sehr gut.

Die Buga-Radwege wurden stark frequentiert. 150 Routenschilder wiesen den Weg. Bewährt hatte sich für Radfahrer die Buga-App.

Auf den Buga-Parkplätzen für Pkw wurden insgesamt rund 282 000 Pkw registriert. Davon entfielen 85 000 auf Brandenburg, 40 000 auf Premnitz, 36 000 auf Rathenow, 49 000 auf Stölln und 72 000 auf Havelberg.

Rund 6300 Reisebusse wurden insgesamt zur Gartenschau begrüßt. Das waren über 2300 in Brandenburg, über 1000 in Premnitz, über 1450 in Rathenow, über 500 in Stölln und über 1050 Busse in Havelberg.

Havelberg l „Wir sind Buga!“ Mit diesem Slogan, der am 15. November 2007 mit der Verkündung der Havelregion als Ausrichter der Bundesgartenschau 2015 geprägt wurde, ist ein Ruck durch die Region gegangen, erinnerte Brandenburgs Oberbürgermeisterin und Zweckverbandsvorsteherin Dietlind Tiemann in der abschließenden Buga-Pressekonferenz an den Beginn. Die Idee war so neu, die Herausforderung so groß, eine ganze Region zur Kulisse einer Bundesgartenschau werden zu lassen. „Dabei gab es nichts, worauf wir fußen konnten, außer auf unseren Idealismus und die Erfahrungen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft.“ Sie nutzte die Gelegenheit, den Menschen zu danken, die an diese Buga geglaubt haben, allen voran die Ideengeber Klaus Eichler, damals Abteilungsleiter im brandenburgischen Bauministerium, und Landschaftsplaner Klaus Neumann.

Bilanz ist später zu ziehen

So wie sich die fünf Ausrichterkommunen Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg alles geteilt haben, werden sie sich auch den erhöhten Zuschuss, der sich aus dem Besuchermanko ergibt, teilen. Der Anteil errechnet sich aus der Einwohnerzahl. Für Havelberg sind es voraussichtlich 650 000 Euro. „Wir werden dafür Rückstellungen für das Haushaltsjahr 2016 bilden“, sagte Bürgermeister Bernd Poloski. Die Gesamtbilanz der Buga müsse später gezogen werden. Immerhin hat die Stadt bereits in den vergangenen zwei Jahren ein Plus in der Gewerbesteuer verzeichnet.

Vom Konzept dieser erstmaligen dezentralen Buga ist auch er weiterhin überzeugt. Sie war die Chance, die ländliche Region bekannt zu machen und ihr eine Zukunft zu eröffnen. „Die Buga hat sich gelohnt für die Region und für die Menschen.“ Nicht nur die fünf Buga-Städte selbst hätten von der Buga profitieren, sondern die gesamte Region. Dabei zog er den Bogen von Potsdam bis Arendsee. Ohne dies verlangen zu wollen, gab er aber zu bedenken: „Wenn alle die, die von der Buga durch Mehreinnahmen profitieren, sich am Ausgleich des erhöhten Zuschussbedarfs von zehn Millionen Euro beteiligen würden, wäre es für den Einzelnen sicher relativ wenig, was er in die Büchse werfen müsste.“

Effekte schon absehbar

Die Kommunen wollen sehr genau analysieren, weshalb weniger Besucher kamen. Immerhin fehlt von den geplanten 1,5 Millionen Besuchern knapp ein Drittel. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Eberswalde und der Uni Kaiserslautern soll aber auch erörtert werden, was die Effekte der Buga sind, sagte Dietlind Tiemann. Davon sind heute schon einige zu spüren. In den acht Jahren Vorbereitung der Buga fand sich in der Stadt niemand, der ein Hotel bauen wollte, jetzt gibt es jemand, der das erwägt.

Die weitgehend ausgebuchten Übernachtungsplätze könnten auch ein Grund für weniger Besucher gewesen sein, sagte die Oberbürgermeisterin in Bezug auf die Frage, ob möglicherweise mehr Werbung erforderlich gewesen wäre. „Es waren keine Übernachtungsplätze mehr frei, mehr Marketing wäre nicht gegangen.“

Einen anderen positiven Effekt sieht sie für die Flussschifffahrt. Auch hier fand sich im Vorfeld niemand, der diese von Brandenburg bis Havelberg anbieten wollte. Das MS Königsstein, das dann zur Buga fuhr, war zu hundert Prozent ausgelastet und es gibt schon viele Buchungen fürs nächste Jahr. „Eine Nachhaltigkeit, die wir uns gewünscht haben.“

Zu dieser müssen auch all die Investitionen gezählt werden, die die Städte erfahren haben. Allein in Havelberg flossen 15 Millionen Euro an Fördergeldern. Bürgermeister Bernd Poloski wertet die Buga als ein Instrument der Regionalentwicklung und wirft auch die Erhöhung des kommunalen Anlagevermögens in die Waagschale. Die Aufwertung, die beispielsweise der Dombezirk erfahren hat, hätte er ohne Buga nicht bekommen.