Havelberg l „Wir haben in der zurückliegenden Zeit beruflich bedingt viele Jahre im Ausland verbracht – unter anderem mehrere Jahre in Frankreich. Zuletzt waren wir in Zürich tätig“, ist von der PR-Texterin und Architektur-Redakteurin Barbara Hallmann und von ihrem Mann, dem Architekten Florian Hallmann, zu erfahren. „Jetzt hat es uns aber wieder in die Heimat verschlagen, nicht zuletzt auch aus dem Grund, weil unsere Eltern in Iden wohnen.“

Im Internet suchten sie nach einem künftigen Zuhause für sich und ihre beiden ein und vier Jahre alten Töchter. „Alles pegelte sich dabei auf den Raum Havelberg ein, die unmittelbare Nähe zu Iden“, macht Barbara Hallmann deutlich. Als sie auf das Sonnenhaus in Havelberg stießen, ließ es sie nicht mehr los. „Das schöne alte Gebäude hat uns auf den ersten Blick angezogen, vor allem auch aus architektonischer Sicht. Diese stellt eine echte Besonderheit dar, ist heute kaum noch zu finden. Das Haus bezieht seine Schönheit aus dem, was es ist“, sagt der Fachmann Florian Hallmann.

Gästezimmer sind geplant

Die Denkmalbehörde datiert das Baujahr des Sonnenhauses übrigens auf 1735. Seitdem ist vor allem durch Umbauten im Inneren eine ganze Menge am Originalzustand verändert worden. Besonders in den 1960er und 1970er Jahren. „Wir möchten diesen Zustand nun wieder ändern und das Haus, das zuletzt von der Kirche und danach auch noch einige Zeit von der Havelberger Tafel genutzt wurde, im Inneren wieder so herrichten, wie es sich früher einmal zeigte.“ Die neuen Hauseigentümer sind sich dabei darüber im Klaren, dass diese Aufgabe nicht nur eine große Herausforderung für sie darstellt, sondern auch mit gewissen Risiken, zum Beispiel aus finanzieller Hinsicht, verbunden ist. „Deshalb machen wir das, wozu keine speziellen Fachleute benötigt werden, zum größten Teil auch alleine“, erklärt Florian Hallmann.

Geplant hat das Paar, zunächst die Bewohnbarkeit des Hauses herzustellen – für sich und die Kinder. „Das ist erst einmal das Wichtigste, später möchten wir dann andere Vorhaben verwirklichen, denn für so ein Denkmal, wie es das Sonnenhaus nun einmal ist, ist es wichtig, auch ein vernünftiges Nutzungskonzept zu entwickeln. Es soll modern bewohnbar und zeitgemäß zu nutzen sein.“ Hallmanns denken dabei unter anderem an einige Gästezimmer, um so wieder etwas Leben ins Haus zu bringen. Ihre Hoffnung für ein Gelingen dieses Projektes schöpfen sie aus dem touristischen Potenzial, das die Stadt Havelberg mit ihrer Umgebung bietet.

Für die Fassadensanierung, die die jungen Leute im kommenden Jahr angehen wollen, gibt es übrigens eine Förderung, die vom Stadtrat seit längerem bewilligt worden ist. Für die Zeit der Buga hatten Hallmanns die Fensterrahmen zum Kirchplatz hin schon einmal selbst weiß gestrichen, damit der Zahn der Zeit, der an ihnen nagte, von den Buga-Besuchern nicht sogleich so deutlich zu erkennen war.

Mit allem wollen sich Hallmanns aber die Zeit lassen, die sie dafür brauchen. „Wir werden nichts überstürzen. Die Familie steht absolut im Vordergrund, und dann muss auch erst einmal das nötige Geld für alles da sein.“