Havelberg l „Die Buga war ein großer Gewinn für die Geschäftsstelle Havelberg. Es war ein total schönes Erlebnis, so viele Stellen zur Verfügung zu haben, die auch gut zu besetzen waren“, schätzt Iris Warnstedt, Leiterin des Jobcenters in der Hansestadt, ein. Mit dem im Dezember vor einem Jahr von Jobcenter und Arbeitsagentur eröffneten Buga-Vermittlungsbüro war die enge Zusammenarbeit gewährleistet und sowohl für Arbeitssuchende als auch Arbeitgeber immer sofort der richtige Ansprechpartner da. „Die gesamte Zeit war sehr arbeitsam und aufwendig, keine Frage. Aber es hat viel Spaß gemacht, es war einfach gut.“

Insgesamt 131 Stellen konnten durch die Arbeitsagentur und das Jobcenter Stendal besetzt werden. Knapp die Hälfte davon entfiel auf die Gastronomie. Havelberger Gastwirte und der Buga-Caterer haben Leute eingestellt. Beim Wachschutz waren 25 Arbeitskräfte tätig. Zudem gab es Stellen in Verkauf, Reinigung, Parkplatzservice und Gartenbau. „Zu über 90 Prozent wurden die Stellen mit Havelbergern besetzt“, berichtet Iris Warnstedt. Einige Leute kamen aus den Bereichen Klietz, Schönhausen, Stendal, Glöwen, Pritzwalk und Perleberg. 20 von ihnen sind weiterhin beim Wachschutz und im Verkauf in Arbeit.

Überwiegend Havelberger vermittelt

Bei denjenigen, die in der Gastronomie und im Garten- und Landschaftsbau tätig waren, will das Jobcenter prüfen, ob noch Qualifikationen notwendig sind, um sie dann zur neuen Saison wieder vermitteln zu können. Voraussetzung wird dann vielfach die Mobilität sein. „Die Buga hatte den Vorteil, dass wir auch Menschen in Arbeit vermitteln konnten, die nicht mobil sind.“

Bereits in Vorbereitung auf die Buga hatte es rund 100 Weiterbildungen im Bereich Wachschutz und 57 für das Hotel- und Gaststättengewerbe gegeben. Im Jahr 2013 hatten im Anschluss an die Bürgerarbeit zudem über 130 Kunden des Jobcenters und auch der Arbeitsagentur Maßnahmen zur Eignungsfeststellung bei der Berufsbildungsakademie Altmark und der Deutschen Angestellten Akademie besucht. Fast 500 Einladungen zu Info-Veranstaltungen und Vermittlungvorschläge wurden verschickt, um die von den Arbeitgebern zur Buga gemeldeten Stellen passend und termingerecht besetzen zu können.

Zu den festen Stellen gab es noch 95 Arbeitsgelegenheiten, die das Jobcenter für Dom, Prignitz-Museum, Touristinformation sowie als Ansprechpartner für Buga-Gäste und Papiersammler bewilligt hatte. Problematisch war es hier zum Teil, die Stellen zu besetzen beziehungsweise nachzubesetzen, weil die meisten, die vermittelbar waren, schon in Arbeit waren. Teilweise setzten die Einrichtungen dann Ehrenamtliche ein. Viele haben ihre Arbeit richtig gut gemacht, waren offen und freundlich zu den Gästen. „Wir haben von vielen Seiten positive Resonanzen bekommen“, sagt Iris Warnstedt.

Im Vorfeld der Buga hatte das Jobcenter bei der Stadt die Erweiterung der Kita-Öffnungszeiten angeregt, was jedoch von den Elternkuratorien abgelehnt worden war. „Auf die Stellenbesetzung hatte das zwar keinen Einfluss. Für manche alleinerziehende Mutter bedeutete das aber, dass sie eine Arbeit nicht aufnehmen konnte, das war sehr schade.“

Sehr erfreulich war es für die Mitarbeiter von Jobcenter und Agentur, dass die Fluktuation sehr gering war. „Lediglich 17 der vermittelten Arbeitnehmer beendeten ihre Tätigkeit vorzeitig. Da hatten wir mit mehr gerechnet.“ Immerhin hatten etliche Kunden des Jobcenters nach langer Zeit das erste Mal wieder eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten. Andererseits hatte sich die Bürgerarbeit, durch die viele Menschen für drei Jahre fest in Arbeit waren, als gute Basis erwiesen.

Als entscheidenden Faktor für den Erfolg wertet Iris Warnstedt die enge Zusammenarbeit von Agentur und Jobcenter. „Damit konnten wir unsere Dienstleistungen schnell und unbürokratisch erbringen.

Aber auch die gute Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern, der Stadt Havelberg und dem Landkreis Stendal hat sich ausgezahlt. Das Buga-Büro wurde sehr gut angenommen. Es hat sich bewährt, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen.“

Lauftext