Havelberg l Als er im November 2013 das Bataillon als Chef übernahm, nannte ihm sein Vorgänger, Oberstleutnant Oliver Esdar, zwei wichtige Aufgaben, die zu erledigen seien. Die große Informationslehrübung und die Umstrukturierung des Bataillons waren aber bei weitem nicht alles, was Stefan Gruhn gemeinsam mit seinen Soldatinnen und Soldaten in den vergangenen 25 Monaten zu meistern hatte.

Einen Rückblick darauf gab der scheidende Kommandeur am Montagnachmittag beim Bataillonsappell auf dem Parkplatz in der Bahnhofstraße. Neben zahlreichen geladenen Gästen aus Bundeswehr, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hatten sich auch einige Zuschauer eingefunden, die die Kommandoübergabe verfolgten. Nach und nach hatten die Kompanien Aufstellung genommen, zum Schluss marschierten das Heeresmusikkorps Neubrandenburg mit der Ehrenformation und der Truppenfahne ein. Der Kommandeur würdigte das Bataillon mit seinen gut ausgebildeten und stets einsatzbereiten Soldaten, in dem stets kooperativ und dienstgradübergreifend gearbeitet wird. Zudem lobte er die Zusammenarbeit mit zivilen Institutionen, Paten- und Partnerschaften zeugen davon.

Der Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41 Vorpommern, Brigadegeneral Jürgen-Joachim von Sandrart, nutzte angesichts des öffentlichen Appells die Gelegenheit, auf aktuelle Debatten in der Politik und Herausforderungen für die Bundeswehr einzugehen. Mit Blick auf die Attraktivitätssteigerung der Bundeswehr sagte er, dass dazu gehört, die Ressourcen bereitzustellen, die die Soldaten benötigen, wenn sie professionell ausbilden und üben sollen.

Mit Blick auf die Auslands­einsätze berichtete er von umfänglichen Anforderungen an die Brigade und letztendlich an die Havelberger Panzerpioniere. Aktuell sind Soldaten in den Kosovo und nach Afghanistan gegangen. Weitere Aufträge für Somalia und Mali werden folgen. „Die Auftragslage ist und bleibt sehr anspruchsvoll“, sagte er und wünschte dem Bataillon, dass es weiter professionell, kreativ und entschlossen handelnd seine Aufgaben erfüllt.

Mit Blick auf den scheidenden Kommandeur würdigte er dessen Einsatz für ein aufrechtes und vertrauensvolles Miteinander. „Sie sind ein hervorragender Soldat und klasse Kamerad.“ Während Stefan Gruhn nun ins Verteidigungsministerium nach Berlin wechselt, kommt sein Nachfolger von dort. Oberstleutnant i.G. Markus Schulze-Harling übernahm gestern Nachmittag das Kommando über das Panzerpionierbataillon 803 Havelberg.

Nach der offiziellen, sehr bewegenden Zeremonie wurde der scheidende Kommandeur gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter zu einer Panzerfahrt durch Havelberg eingeladen. Eine Stadt, die er vermissen wird, wie er sagte. Was ihn aber schon im nächsten Jahr voraussichtlich wieder hierher führen wird und anderes mehr hat er im Interview mit der Volksstimme erzählt, dazu demnächst mehr.