Kamern l Es ist nur schwer vorstellbar, dass sich hier einmal eine beliebte Badestelle befunden hatte. Auf dem gesamten Gelände in Kamern wurde der Aushub aus dem Uferbereich verteilt, denn der Saugbagger benötigt eine Mindestarbeitstiefe von einem halben Meter. Darum kam im Vorfeld ein weiterer Bagger zum Einsatz, der das Ufer des Sees entsprechend vertiefte.

Im Durchschnitt etwa 25 Zentimeter stark ist die Sedimentschicht, welche am Seeboden abgesaugt und an Land befördert wird. Dieses Sediment ist ein Gemisch aus Sand und Schlamm.

Die Schlammschicht im See sei zwischen fünf und 25 Zentimeter stark, erklärte der Klietzer Tobias Koch, der Projektverantwortliche vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Dem Betrieb gehört das Gewässer, weshalb er auch für dessen Flutschadenssanierung zuständig ist. Die Sanierung der Badestelle obliegt dann wiederum der Kommune.

Das Areal, welches vom Amphibienbagger rings um die Badestelle abgesaugt wird, ist 90 Meter lang und 40 Meter breit. Am meisten vertieft wird der See im Bereich der künftigen Sprungturminsel, hier wird er dann 4,5 Meter tief sein.

Das Spülgut fließt über eine Druckleitung in ein 1100 Quadratmeter großes Absetzbecken, welches am Strand errichtet wurde. Um die 900 Kubikmeter Sediment passen hier hinein, das Wasser kann über ein sogenanntes Mönchbauwerk wieder in den See zurück fließen. Das Schlamm-Sand-Gemisch wird später auf dem Ufer verteilt. Der Schlamm war vorher auf Schadstoffe untersucht worden, er ist unbedenklich.

Firma aus Frankfurt (Oder) tätig

Die Ausschreibung für dieses Projekt hatte eine Firma aus Frankfurt (Oder) gewonnen, sie ist seit Ende November in Kamern tätig. Diese Technologie ist relativ umweltschonend und auch die Muscheln wurden vorher alle abgesammelt. Denn in dem Landschafts- und FFH-Schutzgebiet müssen Vorgaben des Naturschutzes beachtet werden. So werden auch die Seerosen noch umgesetzt. Übrigens werden auch die toten Bäume am Ufer noch entfernt, war auf Nachfrage zu erfahren.

Bevor der Amphibienbagger auf seiner viereinhalb Meter langen und zehn Meter breiten Plattform zum Einsatz kam, musste der Gewässerboden grob abgesammelt werden. Dennoch gab es beim Saugen immer wieder Probleme mit Ästen. Muss der Bagger ins tiefere Gewässer, werden seitlich Pontons angebaut, welche der Stabilisierung dienen.

Als nächstes soll der marode Badesteg abgebaut werden. Gebaut wird auch am Jugendklub, hier wurde vor kurzem die Bodenplatte geschüttet.