Havelberg l Seit Februar leben zwei Flüchtlingsfamilien mit jeweils zwei Kindern aus Afghanistan in Havelberg. Später folgten eine Familie aus Syrien mit zwei Kindern sowie mehrere Familienangehörige eines Syrers, der schon längere Zeit in Havelberg zu Hause ist. Um ihnen allen die Ankunft in der Hansestadt zu erleichtern und ihnen hilfreich zur Seite zu stehen, hatte sich schon lange vor dem ersten Einzug von Flüchtlingen der bei der Kirchengemeinde angesiedelte Helferkreis Flüchtlingshilfe gegründet. Die Leitung hat Stadtratsvorsitzender Wolfgang Schürmann übernommen.

Mitglieder des Helferkreises trafen sich dieser Tage, da es bei der Betreuung der Flüchtlinge durch Sozialarbeiter vom Landkreis einen Wechsel gegeben hat. Hendrik Abrecht kümmert sich künftig auch um die in Havelberg wohnenden Flüchtlinge. Bisher war Thomas Just zuständig. Zur aktuellen Situation wurde berichtet, dass die drei schulpflichtigen Kinder aus Afghanistan und Syrien einen Termin beim Gesundheitsamt für die Schuluntersuchung haben, im Anschluss dürfen sie dann die Sekundarschule besuchen. Dort werden die Weichen für die Aufnahme der neuen Schüler derzeit gestellt, berichtete der stellvertretende Schulleiter Ulrich Gruber gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Lehrerin Ute Seemann hatte die Jugendlichen in den vergangenen Wochen bereits ehrenamltlich in Deutsch unterrichtet.

Mit den Erwachsenen aus Afghanistan übt Brigitte Strugalla-Voltz die deutsche Sprache. Für die syrischen Familien werden die Integrationskurse vorbereitet. Die Kinder im Kindergartenalter besuchen eine Kita in Havelberg.

Die Angebote von Seiten der Havelberger wurden bereits gut angenommen, sagte Wolfgang Schürmann. Es gab Spenden von Bürgern mit zum Beispiel Mobiliar, Wohnungsausstattung, Kleidung sowie Spielzeug für die Kinder. Wenn Wege nach Stendal erledigt werden mussten, wurden Fahrgelegenheiten geschaffen.

Benötigt werden immer noch Fahrräder, damit sich die Familien in Havelberg gut bewegen können. Einige Fahrradspenden gab es schon, doch sind weitere willkommen. Wer ein Fahrrad übrig hat, kann sich im Pfarramt melden.

Die Kirchengemeinde bereitet derzeit auch ein Miteinanderfest vor, bei dem Havelberger und Flüchtlingsfamilien die Gelegenheit bekommen, sich kennenzulernen. Dieses findet am Freitag nach Himmelfahrt (6. Mai) ab 15 Uhr im Klosterhof statt. Willkommen ist jeder, der Interesse am Miteinander hat. Es soll eine gemütliche Runde bei Kaffee und Kuchen sein. Kuchenspenden sind dafür gern gesehen.

Die Familien haben sich recht gut eingelebt und fühlen sich in Havelberg wohl, schätzte Thomas Just ein. Er informierte den Helferkreis zudem über Fördermöglichkeiten, die zur Unterstützung von Flüchtlingsfamilien angeboten werden.