Elbe-Havel-Land l Mit drei Herden ist Torsten Kruse derzeit auf dem Elbdeich zwischen Jerichow und Sandau unterwegs. „Jetzt wächst das Gras hoffentlich“, zeigt er sich gestern beim Umkoppeln zwischen Fischbeck und Schönhausen zuversichtlich. Zuletzt wurde das Futter für die Schafe schon recht knapp. „Das bisschen Gras, das hier wächst, ist vertrocknet. Und an die vielen Kräuter, die sich hier mehr und mehr breit machen, wollen die Schafe nicht so recht ran, sie haben auch nicht den Nährwert von Gras.“ Er erklärt, dass man auch nicht von einer „Grasnarbe“ auf den neu angelegten Deichen sprechen kann, „hier wächst alles andere, aber kaum Gras“.

Froh ist der Schäfer, dass es in diesem Jahr auch Dank der je zwei Herdenschutzhunde keine Zwischenfälle mit dem Wolf gab. Im Jahr zuvor hatte einer der Hunde bei Schönhausen einen Wolfsangriff abgewehrt und ist dabei selbst schwer verletzt worden. „Ira“ hatte sich nach der OP zwar gut erholt, ist vor wenigen Monaten aber an Altersschwäche gestorben. „Auch wenn es bisher keinen Angriff gab, der Wolf ist da. Jäger haben letzte Woche bei Fischbeck Tiere nahe der Herde gesichtet. Wahrscheinlich gibt es derzeit genug andere leichte Beute im Wald.“

Im vergangenen Jahr ist der Schäfer bereits Ende Juli an den Heimatstandort bei Haldensleben abgezogen, weil Wölfe immer wieder für Unruhe gesorgt hatten und es bedingt durch die Dürre auch zu wenig Futter gab. „Ich hoffe, dieses Jahr sind die Bedingungen nicht so extrem und wir können länger bleiben.“