Neuermark-Lübars l 2300. So viele Kilometer hat Lukas Krause auf seinem Weg bis nach China inzwischen zurückgelegt. Am schwer beladenen Rad treten erste Verschleißerscheinungen auf, Lukas selbst ist trotz oft widriger Witterung gut drauf und genießt die Zeit. Denn der Weg ist sein Ziel! Mit Albanien durchquerte der Neuermark-Lübarser, der vor wenigen Tagen seinen 26. Geburtstag feierte, ein weiteres Land, gerade passierte er die Grenze zu Griechenland. Vom Norden bis in die Hauptstadt Athen, wo er die Weihnachtszeit und Silvester verbringen wird, sind es noch gut 600 Kilometer. „Ich schätze, dass ich die in 25 Tagen schaffe“, erzählt Lukas am Volksstimme-Telefon. Für die Leser hat er die letzten Tage zusammengefasst:

Erste Verschleißerscheinungen

Ich verbringe noch einige sonnige Tage im Süden Kroatiens, aber nachdem ich über Bosnien und Herzegowina nach Montenegro gelange, hat mich der Herbst eingeholt. Wind, Regen und Unwetter sind ein täglicher Begleiter geworden. Hinzu kommt, dass ich einen Teil der Strecke in Montenegro schieben muss, da die Bremsbeläge der Scheibenbremsen am Ende waren. Dieser Umstand führt jedoch dazu, dass ich eine großartige Familie kennenlerne, die mir hilft und bei der ich auch eine Nacht verbringe. Die ausführliche, ergreifende Geschichte dazu gibt es auf dem Blog zu lesen.

Freilaufende Hühner und Hunde

Mit neuen Belägen geht es dann ins ärmste Land der EU: Albanien. Eine Küstenstraße gibt es im Norden nicht, weshalb ich mich auf einer verkehrsreichen Bundesstraße durchs graue Inland bewege. Die Landschaft ist kahl, überall stehen alte zusammengeschusterte Häuser mit ungepflegten Grundstücken, am Straßenrand liegt Müll, die Städte sind wuselig und chaotisch, jedes zweite Auto ist ein altes Mercedes-Modell und zu allem Überfluss gibt es neben freien Hühnern, Kühen, Schafen und Ziegen auch zahlreiche herrenlose Hunde, auf die ich eine ganz besondere Anziehung auszuüben scheine. Glücklicherweise ließen sich die kläffenden Angreifer bis jetzt immer durch lautes Brüllen vertreiben.

Aber nicht alles ist hier negativ. Die Menschen, denen ich begegne, sind sehr freundlich und gute Gastgeber. Feste Unterkünfte, die ich ab und an wetterbedingt aufsuchen muss, liegen preislich zwischen vier und sechs Euro und das Obst der Straßenhändler ist außerordentlich geschmacksintensiv.

Je weiter ich in den Süden des Landes gelange, desto mehr wandelt sich das optische Erscheinungsbild. Es wird etwas grüner, Straßendienste räumen auf und die geliebte Küstengegend kehrt mit dem Städtchen Vlora zurück.

Geburtstag gefeiert

In Vlora verbringe ich nicht nur aufgrund der Wetterlage drei Tage, sondern auch, um meinen Geburtstag etwas zu begehen. Entgegen mancher Erwartung bin ich nicht unglücklich darüber, an so einem Tag allein zu sein. Erstens komme ich ganz gut mit mir klar und zweitens gibt mir dieser Tag auch nicht so viel, da das Alter ja nicht wirklich etwas über einen Menschen aussagt. Sammelt man Jahr für Jahr qualitativ ähnliche Erfahrungen oder hält stur an gemachten Erfahrungen fest, spielt es keine Rolle, wie viele Jahre man hier schon verweilt, weil man sich geistig dann wohl kaum weiterentwickelt.

Kurz vor der griechischen Grenze lassen mich Unwetter und Sturm frühzeitig Unterschlupf in einem verlassenem Tankstellengebäude suchen, wo ich hunde- und regensicher auf einer alten Matratze im Hinterzimmer nächtige.

Nun geht es weiter – die Grenze zu Griechenland im Blick.

Es freut mich sehr, dass der Blog mittlerweile so viele Leser unterhält, die mich nicht nur interessiert begleiten, sondern mich auch unterstützen! Vielen Dank!

Wer Lukas folgen möchte: www.pedalthisworld.com oder auf Instagram.