Havelberg l Eine gute Nachricht für all jene, die mit ihrem Fahrzeug die Stadtinsel der Hansestadt Havelberg besuchen: Stimmt neben den Ausschüssen letztendlich auch der Stadtrat dem Entwurf des neuen Parkkonzeptes zu, muss man fürs Parken von dem kommenden Jahr an nichts mehr bezahlen. Vor kurzem hatte sich der Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Tourismus damit befasst.

Das Parkkonzept soll am 1. Januar in Kraft treten, informierte Amtsleiter André Gerdel den Ordnungs- und Umweltausschuss. Es ist auf ein Jahr befristet, dann wird geschaut, wie es sich bewährt hat. Die Mittel in Höhe von 25.000 Euro für den Kauf neuer Parkautomaten werden derweil zurückgestellt.

Ringsum Kirche ist Parken frei

Vorgesehen ist, in den Straßenzügen ringsum die Stadtkirche – also Mühlen-, Schul- und Fischerstraße sowie Hinter der Kirche und Lange Straße – das Parken unentgeltlich zu ermöglichen. Gleiches gilt für den Kirchplatz, einen Teil der Kirchstraße, die Domstraße und die Parkplätze hinter der einstigen Rossmann-Drogerie in der Langen Straße sowie den Platz in der Uferstraße.

Vorgesehen war diese Regelung ursprünglich auch für die Steinstraße, doch bat Ursula Rensmann im Namen der dortigen Gewerbetreibenden, hier auch drei Kurzzeitparkplätze für deren Kunden einzurichten. Sven Wuttke ging noch einen Schritt weiter und meinte, dort sollten alles Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden, ansonsten werde diese Straße zugeparkt.

Zeitlich begrenzte Parkplätze sind laut Konzept auf dem Marktplatz sowie in der Scabellstraße vorgesehen. Im Ausschuss plädierte man dafür, diese generell auf eine Stunde zu begrenzen. Diese begrenzte Parkzeit soll wie gehabt von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 9 und 16 Uhr gelten.

Sven Hetke befürchtet, dass mit der Einführung des neuen Parkkonzeptes chaotische Verhältnisse ausbrechen könnten. Er plädierte hingegen für bezahltes Parken, 50 Cent pro Stunde wären machbar und die verschuldete Stadt hätte etwa 20.000 Euro mehr an Einnahmen. Der Erlös durch die Parkautomaten sei seit Jahren geschrumpft, weil immer mehr von ihnen im Laufe der Zeit defekt waren und abgebaut wurden.

Ob man mit Automaten oder mit Parkscheiben arbeitet, am Verhalten der Parkenden ändere dies nichts, warf André Gerdel ein. Es hatte im Vorfeld Überlegungen gegeben, ob es überhaupt noch nötig sei, Parkautomaten anzuschaffen. Denn die Zahl der Parkplätze hat weiter zugenommen. Geschätzt wird, dass es auf der Stadtinsel weit mehr als 500 davon gibt. Man müsse überlegen, welche Signale man aussenden möchte, unentgeltliches Parken würde auch bei den Touristen gut ankommen.

Das unterstrich auch Dieter Härtwig vom Ordnungsamt: Weil es hier immer weniger Geschäfte gäbe, müsse die Verwaltung Anreize zum Besuch der Stadtinsel schaffen. Schon seit Jahren ist ab 16 Uhr das Parken frei, die Lange Straße sei dann zum Beispiel immer rasch zugeparkt.

Zeitparkplätze auf Markt und in Scabells

Was geschehe mit den Anwohner-Parkausweisen, wollte Tino Rosenburg wissen. Diese bleiben zwar bestehen, seien aber mit dem neuen Konzept eigentlich nicht mehr nötig, antwortete André Gerdel.

Der Ausschuss votierte mit einer Gegenstimme für das ergänzte Konzept. Gestern Abend befasste sich auch der Hauptausschuss damit.