Sandau l Denn das Wasserwerk Klietz, welches diesen Bereich bislang noch versorgt, muss vom Netz genommen werden. Der Wasserverband Havelberg (TAHV) musste mehrere Optionen prüfen lassen, nachdem ein auf den Dämmen geplantes neues Wasserwerk dort nicht errichtet werden konnte.

Jetzt endlich bestätigte ein Gutachten, dass das Wasserwerk Müggenbusch, was bereits den Bereich um Havelberg versorgt, auch ausreichend Kapazitäten für den Südbereich hat. Darüber informierte Stadtwerkeleiter Sebastian Horn am Mittwoch den Ausschuss des TAHV auf der Sitzung in Sandau. Die Stadtwerke erledigen in dessen Auftrag die Geschäfte des Verbandes.

Widersprüchliche Zahlen

Eine erste Untersuchung, die im Vorjahr in Auftrag gegeben und im April abgeschlossen wurde, hatte noch eine Beeinträchtigung des Grundwassers prophezeit. Allerdings traten hierbei auch sich widersprechende Zahlen zutage.

Nach Abstimmung mit den kreislichen Behörden wurde ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, was etwas umfangreicher ausfiel. Erstellt wurde dabei am Computer ein vierschichtiges Modell, zudem wurden auch die Brunnen der Umgebung einbezogen.

Dieses Ergebnis lag Ende September vor: Eine Beeinflussung sei nicht zu erwarten, der Standort ist mengenmäßig auch für die Versorgung des südlichen Gebietes geeignet. Nun müssen noch Gespräche mit dem Landkreis wegen der Trinkwasserschutzzone stattfinden. Ein Problem könnte beim erforderlichen Leitungsbau eventuell das geplante Schutzgebiet Natura 2000 werden, denn dabei werden Schutzzonen tangiert.

Enthärtungsanlage in der Prüfung

Als weitere Option war die Wasserversorgung aus benachbarten Gebieten geprüft worden – so aus Arneburg und Genthin. Doch hätte sich der TAHV damit von diesen Anbietern abhängig gemacht – zudem wäre dieses „importierte“ Nass teurer gewesen.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings für die aktuellen Nutzer des Wasserwerks Klietz: Das Klietzer Wasser ist mit 7 Grad deutscher Härte sehr weich, wohingegen das Wasser aus Havelberg mit 21,9 Grad recht kalkhaltig ist. Deshalb soll der Bau einer Enthärtungsanlage in Havelberg geprüft werden. Zu klären ist hierbei aber noch die technische Notwendigkeit. Das Wasser würde dann für alle Kunden des TAHV enthärtet.

Auch zur Abwasserentsorgung gab es Erfreuliches zu berichten. Die Arbeiten an der Klietzer Kläranlage, welche seit Mai für knapp zwei Millionen Euro umfassend erweitert wird, liegen bis auf kleinere Verzögerungen gut im Zeitplan. Mit 65 Prozent Förderung gab es sogar einen höheren Zuschuss als erwartet. Wenn die Witterung mitspielt, könnten die Arbeiten dort im Frühjahr beendet werden.

Die Flutschäden vom Juni 2013 seien bis auf zwei Maßnahmen alle abgearbeitet, informierte Sebastian Horn in seinem Bericht weiter. Eine davon ist die Sanierung des Mischwasserkanals in der Havelberger Bahnhofstraße, dessen Beschädigung weit gravierender war, als anfangs geschätzt.

Der TAHV ist erfreut, dass die Fördersumme nunmehr auf 1,24 Millionen Euro aufgestockt wurde. Im Juni traf der Änderungsbescheid vom Land ein, im nächsten Jahr soll diese Flutschadensbeseitigung in Angriff genommen werden.

Die zweite Baustelle befindet sich ebenfalls in Havelberg, es ist der Mischwasserkanal in der Weinbergstraße und dem Bischofsberg. Auch hier soll mit der Sanierung in 2018 begonnen werden, sie wird ebenfalls komplett aus dem Flutschadensfonds bezahlt.

Am 13. Dezember tritt die Verbandsversammlung des Wasserverbandes im Sandauer Rathaus zusammen.