Havelberg l Der 1939 in Havelberg geborene Bildhauer Klaus Thiede hat seiner Familie ein reiches Werk an Zeichnungen, Skulpturen und Kleinplastiken hinterlassen. Denn Klaus Thiede ist im Jahr 2016 im Alter von 78 Jahren leider verstorben. „Ungefähr 300 Plastiken und hunderte von Zeichnungen“, schätzt Tochter Annegret Thiede, die am Sonnabend zur Ausstellungseröffnung über das Lebenswerk ihres Vaters sprach und sich sehr darüber freute, aus Anlass seines 80. Geburtstages in diesem Jahr eine Auswahl seines künstlerischen Schaffens im Prignitz-Museum zeigen zu können. „Schade, dass er das heute nicht mehr erleben kann ...“

Kurt Henschel war sein Lehrer

Es ist nach 1971 erst die zweite Ausstellung von Klaus Thiede an dem Ort, in dem er 1939 geboren wurde und in dem er das Steinmetzhandwerk erlernt hatte. Zudem hatte er als Kind beim Havelberger Maler Kurt Henschel Zeichenunterricht erhalten.

Plastiken brauchten bis zu Monaten

Sowohl zeichnerisch als auch mit dem Material Stein sei das Lieblingsthema ihres Vaters immer der Mensch gewesen, so Annegret Thiede. „In allen Facetten hat er Menschen dargestellt.“ Mit sehr unterschiedlich großem Zeitaufwand. Die zarten, mit wenigen Strichen geschaffenen Zeichnungen mit Bleistift „vollendete er in fünf bis zehn Minuten“, die Plastiken, die allesamt reduzierte Körper zeigen, „brauchten jeweils Wochen und Monate für ihr Entstehen“. Für diese habe Klaus Thiede auch immer erst versucht, das passende Material zu finden.

Bilder

Liebe zur klassischen Musik

Auch seine Liebe zur klassischen Musik schuf der Künstler in Holz und Stein. Diesem Thema ist in der Ausstellung ein eigener kleiner Raum gewidmet. Hier erwarten den Betrachter folgende Werke: „Lauschender“, „Flötenspielerinnen“, „Flötenspielerin“, „Flötenspieler“, „Cellist“ und „Pianistin“.

Katalog mit Zeichnungen

Insgesamt umfasst die Ausstellung „Reduktion und Linie“ 40 Plastiken aus verschiedenen Materialien sowie zahlreiche Zeichnungen und Kleinplastiken. Eine Auswahl seiner unzähligen Zeichnungen findet sich außerdem in einem Katalog wieder, der im Prignitz-Museum erworben werden kann.

Fünf Plastiken fürs Museum

Aus dem Nachlass von Klaus Thiede schenkte die Familie dem Förderverein des Prignitz-Museums fünf Werke, die nun dauerhaft in seiner Geburtsstadt Havelberg ausgestellt werden sollen.