Havelberg l Von Klassik bis Pop Art reicht die Vielfalt der Werkschau, die unter dem Titel „Sieben“ steht. Im Erdgeschoss und erstmals in der ersten Etage des Arthotels Kiebitzberg sind viele ­groß-, aber auch kleinformatige Bilder ebenso zu sehen, wie Emaille-Kunst zum Beispiel auf einem Backblech und Skulpturen und Plastiken wie etwa eine Gruppe von Schamanen. Musikalisch umrahmt von den Klängen des Felix-Komoll-Trios, konnten sich die zahlreichen Besucher der Vernissage am Sonnabend im Kunstquartier anschauen, womit Kunstschaffende aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Kunstwelt bereichern.

„Vor zwei Monaten habe ich überlegt, was wir nach der Ausstellung von Werken von Ulrich Wohlgemuth zeigen und überlegte mir eine Werkschau mit Künstlern, die hier schon ausgestellt haben“, berichtet Andreas Lewerken, der gemeinsam mit seiner Frau Renate die Künstler und Gäste begrüßte. Beide Geschäftsführer der Kiebitzberg Gruppe sind der Kunst und Kultur sehr verbunden. Im Kunstquartier finden regelmäßig Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen und anderes mehr statt. Andreas Lewerken fuhr zu den Künstlern und brachte eine Vielzahl von Werken mit. Manche waren schon mal zu sehen und sind nun wiedergekommen nach Havelberg.

Weitere Kunstwerke im Park zu sehen

Bis auf Karl Oppermann aus dem Harz, der im nächsten Jahr 90 Jahre alt wird, waren die „Sieben“ anwesend: Anne Rose Bekker und Max Grimm aus Magdeburg, Peter Adler aus der Altmark, Ulrich Wohlgemuth aus Colbitz, Heinz Israel aus dem Jerichower Land und Malte Brekenfeld aus der Nähe von Rostock. Die Besucher konnten mit ihnen über ihre Kunst sprechen. Manche kennen sich schon länger. So wie Cordula Jungeblut aus Magdeburg, die mit ihrem Mann die Kunst von Anne Rose Bekker und Max Grimm sammelt. Die vielen einst weißen Wände ihres Hauses bieten Platz. „Beide haben wahnsinnig tolle Kunstideen und sind sehr sympathisch.“

Bilder

Dass die Idee, mehrere Künstler in einer Ausstellung zu vereinen, gut ankommt, bestätigten Bianka und Andreas Sayk. „Diese Ausstellung ist total interessant und spannend.“

70 bis 80 Werke sind es, die in den Fluren des Arthotels ihren Platz finden wollten. Den Sonntag vor der Vernissage hatte Andreas Lewerken zusammen mit Haustechniker Frank Schlüder dafür genutzt. Schon bei der Auswahl der Kunstwerke bei den Künstlern hatte Andreas Lewerken eine Vorstellung im Kopf, wo die Bilder, Skulpturen und Plastiken ihre Wirkung entfalten sollen. So war es nicht gar so schwer, alles gut zu platzieren. Bis zum 21. Februar läuft die Ausstellung. Genug Zeit, um durch sie zu wandeln und sich mit den Werken zu beschäftigen.

Das Kunstquartier bietet über die aktuelle Ausstellung hinaus weitere Kunst. Etwa mit Skulpturen des gebürtigen Havelbergers Klaus Thiede. Eine Auswahl ist im Park des Arthotels zu finden. Oder mit Werken von Friedemann Henschel, Inge Jastram und Robert Metzkes. Damit bleibt das Hotel seiner Bestimmung, sich Kunst und Design zu verschreiben, treu. Andreas Lewerken gibt seine Liebe zu Kunst und Kultur gern weiter. Zum Beispiel auch, indem er mit den zehn Lehrlingen der Kiebitzberg Gruppe ins Bauhaus Dessau fuhr. „Auch im Handwerk sind wir der Kunst verbunden.“

Die nächste Veranstaltung im Kunstquartier findet bereits am kommenden Sonnabend, 2. November, statt. Daniel Seroussi (Klavier) und Stefan Hempel (Violine) präsentieren Kammermusik Teil II unter dem Titel „Mythologie & Landschaft“.

Theater sollte mehr in die Fläche gehen

Beim Neujahrskonzert am 12. Januar ist Felix Reuter mit „Der verflixte Beethoven“ zu Gast. Dann gibt es auch wieder zwei Theatertage für Kinder – in Zusammenarbeit mit dem Theater der Altmark in Stendal. „2 Monster“ heißt es am 11. Januar beim Puppenspiel für Kinder ab drei Jahren und am 2. Februar gibt‘s ein Kindertheater, berichtet Renate Lewerken. Das TdA ist 2020 auch beim „Dinner in Weiß“ zu Gast. Bei „Shakespeares sämtliche Werke“ wartet ein Potpourri seiner Werke von A bis Z auf die Gäste.

Gastspiele des Theater der Altmark spielten im jüngsten Kulturausschuss der Hansestadt eine Rolle. Stadtrat Lothar Frontzek sprach an, dass das Theater auch die Funktion hat, auf dem Lande zu spielen. Im Arthotel und auch bei „Kunst im Rathaus“ gibt es Gastspiele. Doch habe er den Eindruck, dass das etwas eingeschlafen sei. „Havelberg müsste wieder öfter als Spielstätte genutzt werden. Vielleicht bietet sich mit Blick auf die anstehende Sanierung des Theaters die Gelegenheit dafür.“

Mit einer größeren Produktion war das TdA 2016 mit dem „Weißen Rössl“ im Arthotel zu Gast. Eine Herausforderung, dabei die Wirtschaftlichkeit einer solchen Veranstaltung zu wahren. „Solche Aufführungen sollten auch in der Fläche bezahlbar bleiben. Das ist aber schwierig angesichts der Kosten. So etwas muss wirtschaftlich machbar sein fürs Theater und auch für uns“, sagt Renate Lewerken auf Volksstimme-Nachfrage. Fördergelder wären als Lösung denkbar, damit das Theater seinem Auftrag, auch in der Fläche präsent zu sein, nachkommen kann und nicht nur mit Ein-Personen-Stücken auf Reisen geht.