Havelberg l Die Neuerungen zum diesjährigen Bootskorso und Blasmusikfest in Havelberg sind gut angekommen. So lautet die Einschätzung des Leiters des Amtes für Ordnung, Soziales und Kultur André Gerdel. Die gesamte Veranstaltung hatte in der Uferstraße stattgefunden und der Start war erst am Nachmittag um 16 Uhr. Aus Sicht der Verwaltung war es eine sinnvolle Komprimierung, nicht wieder zwei Plätze zu bespielen, sagte er im Ausschuss für Umwelt, Ordnung und Tourismus.

Die Show-Angebote wurden gut vom Publikum angenommen, ganz besonders „Men in Blech“ aus Hamburg. Der Arneburger Patrick Groß, der nach der Ära Roy Angermann die Moderation übernommen hat, machte seine Sache sehr gut, weshalb er auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein soll. Die pralle Sonne am Nachmittag war allerdings Grund dafür, dass vor allem manche ältere Bürger dem Blasmusikfest ferngeblieben sind. Zumindest gefühlt waren es insgesamt aber mehr Besucher als im vergangenen Jahr. Auf jeden Fall gab es mehr Boote auf dem Wasser, wie Tourismuschefin Marina Heinrich berichtete.

Mehr Boote mit dabei

Im vorigen Jahr wurden 78 Boote gezählt, in diesem Jahr 86. Kritisiert worden war von Besuchern, dass die Feuershow nicht von allen gut zu sehen war. Der Prahm des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg hatte direkt in Ufernähe gelegen aufgrund eines Hinweises der Akteure. Sie hatten darauf aufmerksam gemacht, dass von ihnen nicht viel zu sehen wäre, würde die schwimmende Bühne wie sonst in der Nähe zur Spülinsel hin liegen. Im Nachhinein hatte es auch einige Hinweise von Bürgern gegeben, was im nächsten Jahr verbessert werden könnte, berichtete André Gerdel weiter. Zum Beispiel, bei großer Hitze Sonnenschirme aufzustellen oder auf andere Weise für Schattenplätze zu sorgen. Dass ein Versorger mit seinem Stand Sichtfläche versperrt hatte, soll auch nicht wieder vorkommen.

Von der Durchführung her lief alles sehr entspannt. „Das ist der jahrelangen guten Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern zu verdanken“, wie der Amtsleiter bei seinem ersten Bootskorso in seiner Regie festgestellt hat. Es gab einen kleinen Vorfall. An der Uferpromenade wurde ein verfassungsfeindliches Symbol entdeckt. Die Stadt erstattete noch am Abend Anzeige und beseitigte die Schmiererei. Bezüglich der Sperrung der Bundesstraße hat alles gut funktioniert, die Straße war am nächsten Morgen gegen halb neun wieder frei.

Die Programmgestaltung insgesamt ist gut angekommen. Schon jetzt wird natürlich darüber nachgedacht, was im nächsten Jahr geboten werden könnte. Dabei hat die Stadt das begrenztes Budget im Blick. Über Vorschläge zum Programm freuen sich die Mitarbeiter der Verwaltung. „Mein Fazit ist“, so André Gerdel, „die Resonanz war sehr gut. Dass es keine Trennung mehr von Bootskorso und Blasmusikfest gab, ist sehr gut angekommen.“ Ausschussmitglied Roswitha Frontzek berichtete, dass sie nach vielen Jahren selbst in einem Boot unterwegs, dieses Mal einen Platz auf dem Schiff gebucht hatte. Die Passagiere dort schwärmten in den höchsten Tönen von Havelberg und vom Bootskorso.

Mehr Lokalpatriotismus

„Auswärtige machen uns klar, was wir hier für eine Perle haben. Wir müssen daran arbeiten, dass uns das immer bewusst ist und nicht als selbstverständlich hingenommen wird“, plädierte sie für mehr Lokalpatriotismus. André Gerdel betonte, dass das, was die Verwaltung mit diesem Fest leistet, enorm ist. Andere, auch größere Städte würden so etwas nicht leisten. Dieter Härtwig, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt und seit Jahren mit dem Bootskorso befasst, hob hervor, dass diese Veranstaltung auch deshalb so gut gelingen kann, weil die Zusammenarbeit mit Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei so gut funktioniert. „Wir haben ein paar Hektar Wasserfläche, die wir absichern müssen. Allen Partnern gilt unser großer Dank für die Unterstützung.“ Zur Programmgestaltung sagte er, dass „immer größer und immer weiter mit unseren finanziellen Mitteln nicht zu leisten ist. Zur Buga war der Bootskorso etwas besonderes. So, wie wir ihn dieses Jahr gefeiert haben, ist es ein Niveau, das finanzierbar ist.“ Roswitha Frontzek regte an, mehr die Bootsbesitzer anzusprechen, damit wieder mehr originelle Boote, vielleicht zu einem Motto, auf dem Wasser sind.