Havelberg l „Ich habe ein Ziel“, sagt Herbert Luksch. „Ich möchte den Wasserturm auf dem ehemaligen Havelberger Bahnhofsgelände in den nächsten Wochen und Monaten so weit fertigstellen, dass er für Interessenten zugänglich ist.“

Vor allem Touristen, aber auch jüngere Havelberger interessieren sich sehr dafür, warum die Bahnhofstraße in der Domstadt eigentlich Bahnhofstraße heißt. „Ich sehe immer wieder, wie Leute vor den Schaukästen an der Straße vor dem alten Bahngelände stehen bleiben, um sich die darin ausgestellten Fotos von früher anzusehen: Sie zeigen den Havelberger Pollo, den Bahnhof und vermitteln auch Eindrücke davon, wie das gesamte Bahngelände hier in der Bahnhofstraße einmal ausgesehen hat“, erzählt Herbert Luksch, der es sich zu einer Lebensaufgabe gemacht hat, einen großen Teil der alten Bahnanlage als Denkmal wieder so herzurichten, wie sie in etwa einmal ausgesehen hat.

Eine Freizeitaufgabe

„Was ich selbst machen kann, das mache ich selbst oder zusammen mit der Familie und mit Freunden, denen die Havelberger Bahngeschichte am Herzen liegt. Denn diese ist untrennbar mit der Stadtgeschichte verbunden und muss für die Nachwelt einfach erhalten bleiben.“ Immer ein ganz kleines Stück geht es auf dem alten Bahngelände, das Herbert Luksch erworben hat, vorwärts, wobei er auch für die Unterstützung von Sponsoren, zumeist Firmen aus der Stadt, sehr dankbar ist. Anders ist das auch nicht möglich, denn Herbert Luksch steht in einer Havelberger Firma voll im Berufsleben und engagiert sich als Vorsitzender des Havelberger Wassersportvereins und dort außerdem als Judo- und Jiu-Jitsu-Trainer im Jugend- und Erwachsenenbereich. Weitere wichtige Aufgaben hat er als Mitglied des Stadtrates in Havelberg zu erfüllen. Und noch so einige andere mehr. Sein großes Hobby Bahn muss da zumeist hintenan stehen. „Aber es bleibt auf keinen Fall liegen. Fast jede freie Stunde wird in die Anlage investiert.“

30 Stufen bis nach oben

Als erstes hat er alle Kraft in den Wasserturm gesteckt, von dem aus die Lokomotiven des Havelberger „Pollos“, wie der Zug im Volksmund genannt wurde, immer ihr benötigtes Wasser aufnahmen. Beim alten, originalen Turm musste er allerdings 2011 schweren Herzens mit dem Abriss beginnen, zu sehr hatte der Zahn der Zeit an diesem genagt. Doch Pläne für einen Neubau hatten sich bereits in seinem Kopf festgesetzt. 2014 wurde der Rohbau gesetzt und 2015/2016, gute anderthalb Jahre lang, dann ausgemauert. Die Steine dafür wurden übrigens vom Kloster in Niederndodeleben herangeholt. Eine neue Treppe ist ebenfalls eingebaut worden. „Exakt 30 Stufen führen bis nach oben“, sagt Herbert Luksch. Das Geländer der Treppe ist noch nicht ganz fertiggestellt, „das kommt als nächstes dran“.

Turm ist ein Schmuckstück geworden

Von draußen betrachtet, ist der neue Wasserturm ein erstes echtes Schmuckstück auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Reichsbahn. Von oben bietet sich dem Gast aus mehreren Fenstern eine insgesamt schöne Rundumsicht.

Einweihung im September

„Einiges gibt es aber noch instand zu setzten. Die Steigleitung gehört unter anderem dazu“, erklärt Herbert Luksch. Bis zum Tag des offenen Denkmals im September möchte er das alles geschafft haben. Denn dieser Tag wäre ein guter Anlass, den neu aufgebauten Wasserturm mit möglichst viel Publikum würdig einzuweihen. In die Steigleitung soll dann oben im Turm auch eine Kapsel mit Zeitdokumenten und alten Fotos versenkt werden. „Es wäre dann auch der erste Tag, an dem die interessierte Öffentlichkeit eingeladen ist, auf den Turm hinaufzusteigen.“

Alte Fotos gesucht

Apropos Fotos: „Ich suche für das künftige Museum alles, was den Havelberger Bahnhof und das Bahngelände zeigt. Ich wäre dankbar, wenn mir Havelberger, die noch im Besitz solcher Fotografien sind, mir diese zumindest leihweise zur Verfügung stellen könnten.“