Kamern l Auch hier informierte Bürgermeister Arno Brandt über Vorhaben, welche im Integrierten Entwicklungskonzept (IEK) der Verbandsgemeinde Eingang finden sollen. So ist der Bürgersteig in der Dorfstraße in die Jahre gekommen, er wurde vor 50 Jahren errichtet. Dessen Sanierung werde Schwerpunkt der nächsten Jahre. Hinweise der Bürger seien zur Gestaltung gefragt. Zum Beispiel zu Bepflanzung. In der Chausseestraße wurden jetzt schon mal alte Bäume gefällt, sie würden bei der geplanten Flutsanierung des Weges stören, zudem heben die Wurzeln das Pflaster an.

Stefanie Wischer vertrat dazu die Meinung, dass man Bäume wieder nachpflanzen sollte. Eckhard Schulze wollte wissen, ob der jetzige Fußweg in der Dorfstraße dann auch für Radler gedacht sei. Da der Bürgermeister dies bejahte, gab Klaus-Peter Liermann den Hinweis, dass man den Weg dann aber etwas mehr von den Hofeinfahrten entfernt anlegen sollte. Immer wieder gäbe es dort gefährliche Situationen mit Radfahrern, was auch Eckhard Schulze bestätigte: Will er vom Hof, müsste er sich eigentlich einweisen lassen.

Ideen für neuen Stellplatz gefragt

Gefragt seien auch Ideen für einen neuen Containerstellplatz, so Arno Brandt. Derzeit stehen die Behälter an der Friedenkoppel, wo sie aber weg sollen. Hierzu regte Klaus-Peter Liermann an, diese vielleicht in Richtung des Neubaus aufzustellen. In Frage käme auch – nach dessen Sanierung ‑ der Mühlenweg. Man sollte überlegen, dass der Stellplatz so gelegt werde, dass er einsehbar sei – ansonsten könnte er zur Müllecke verkommen. In Wulkau habe man schon schlechte Erfahrungen sammeln müssen. Darum sei zum Beispiel ein Stellplatz an der Gemeindescheune schlecht.

Die Flutsanierung der Dorfstraße in Neukamern habe arg lange gedauert, oft war kein Arbeiter vor Ort. Könne das Bauamt dort künftig nicht mehr Druck ausüben? Das wollte Karl-Hartwig Däbler wissen. In den Verträgen werden auch Vertragsstrafen geregelt, doch sei dies immer ein schwieriges Unterfangen, antwortete Stefan Langnäse vom Bauamt. Die Baufirmen haben alle Hände voll zu tun, oft habe man Probleme, überhaupt noch welche für Bauvorhaben zu finden.

Schon wieder Spurrillen

Die seiner Meinung nach schlecht sanierte Pflasterstraße in Neukamern sei durch die schwere Landtechnik bereits arg in Mitleidenschaft gezogen, berichtete Karl-Hartwig Däbler weiter. Am Übergang zum Bitumen habe sich ein Absatz gebildet, auch gäbe es bereits wieder Fahrrinnen. Zudem regte er an, die Beschilderung der Straßen zu verbessern, oft stelle die Post deshalb Briefe falsch zu. Diesen Hinweis wird Stefan Langnese fürs Ordnungsamt mitnehmen, zum Straßenbau informierte er, dass dort noch die Gewährleistung greife.

Was mit den geschlossenen Konsum geschehe, wollte Carola Schulze wissen. Kamern als Naherholungsort könne seinen Besuchern weder einen Nahversorger noch einen Arzt geschweige denn einen Geldautomaten bieten. Der Konsum hatte schon seit längerem wirtschaftliche Probleme, antwortete Arno Brandt. Der Betreiber war auch an mehr Service – wie der Ausgabe von Bargeld oder der Einrichtung einer Poststelle – nicht interessiert. Doch gibt es einen Lichtblick: In Kürze werde der Kiosk am See verkauft, der neue Betreiber will auch Lebensmittel anbieten.

Zur fehlenden Arztpraxis meinte der Bürgermeister, dass die Gemeinde hier wenig ausrichten könne – sie könnte maximal dessen Ansiedlung unterstützen. Doch hängt diese auch von anderen Faktoren wie einer Zulassung für den jeweiligen Ort ab. Ein Geldautomat wie in Klietz wäre auch für Kamern eine Option, doch wurde dieser privat finanziert und beim Abheben wird eine Zuzahlung fällig.

Zur Steigerung der Attraktivität der Seegemeinde würde vor allem die geplante Freie Schule beitragen. Leere Häuser seien alsbald verkauft und Baugrundstücke gefragt, informierte Arno Brandt. Die Gemeinde lässt darum derzeit eine Übersicht über mögliche Baugrundstücke erstellen.

Einen Überblick über die geplanten Flutschadensbeseitigungen hatte Stefan Langnäse auch für die Kamernschen dabei. Von den 21 Millionen Euro Gesamtschäden in der Kommune entfallen allein auf die Hauptgemeinde Kamern neun Millionen Euro. Davon wurden 6,5 Millionen Euro bereits abgearbeitet. Im August starten die Arbeiten in Neukamern, Betonspurbahnen werden an mehreren Stellen angelegt und Bankette instandgesetzt. Im Außenbereich wird demnächst nahe Rehberg die Brücke über den Warnauer Vorfluter saniert, der Bauanlauf hatte bereits stattgefunden.

Bitumen für die Birkenallee und den M&#x

Saniert wird zudem die Brücke über den Hunnenberggraben in Kamern, bis September soll dort der hölzerne Überbau ersetzt werden. Für etwa 80.000 Euro erhält der Weg Am Deich stellenweise eine neue Asphaltdecke, Baustart ist im April. Von März bis Mai wird der Gehweg in der Chausseestraße saniert. Ab August folgt die Dorfstraße, wobei insgesamt 500 Meter punktuell und 430 Meter in einem Stück neu befestigt werden. In der Ausschreibung befindet sich die Birkenallee, sie soll ab April eine 5,5 Metet breite Bitumendecke sowie einen Regenwasserkanal erhalten. Gleiches ist für den Mühlenweg geplant.

Die beiden Wege in Hohenkamern kommen 2019 an die Reihe. Gleiches gilt für einen bei der Katastrophe von der Technik zerfahrenen Weg durch die Kamernschen Berge.