Schönhausen l Hierzu hatte die Verwaltung in der Weihnachtszeit vom Städte- und Gemeindebund die Information erhalten, dass die Landesregierung beabsichtigt, auch weiterhin alle jene Projekte zu fördern, deren Kosten wegen der allgemeinen Preissteigerung im Baugewerbe über der einstigen Grenze von drei Millionen Euro liegen.

Am Freitag, 11. Januar, endet die Angebotsfrist für die Planungsleistungen, informierte Bauamtsleiter Ulf Wabbel. Weil aber noch Fristen einzuhalten sind, kann bis zur nächsten Verbandsratssitzung allerdings noch kein Beschluss dazu vorgelegt werden. Der Amtsleiter befürchtet auch bei dieser Ausschreibung deutliche Kostensteigerungen.

Schon mal unvollständige Unterlagen erhalten

Ausschussvorsitzender Bernd Bleis erinnerte daran, dass es schon einmal wegen unvollständig eingereichter Unterlagen durch die Planungsbüros zu einem Zeitverzug kam. Könne sich das jetzt wiederholen? Das sei nicht ausgeschlossen, meinte der Amtsleiter. Doch müssen die Unterlagen erst gesichtet werden.

Das Problem sei das komplizierte Antragsverfahren wegen der Fördermittel. Viele Firmen hätten damit Probleme und beteiligen sich auch gar nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen.

Baukosten laufen aus dem Ruder

Fast 4,8 Millionen Euro wurden für den Kita-Neubau veranschlagt, informierte Kämmerer Steve Tangelmann. Davon sind in diesem Jahr 1,3 Millionen Euro im Etat eingeplant, wovon 500 000 Euro als Fördermittel fließen. Der Rest in Höhe von 834 200 Euro wird über einen Kredit finanziert. Im kommenden Jahr sind dann Investitionen in Höhe von 3,3 Millionen Euro vorgesehen, wovon 1,85 Millionen Euro als Fördermittel fließen sollen. Für den Bau muss die Verwaltung laut derzeitigem Stand insgesamt 2,4 Millionen Euro über Kredite zusteuern. Falls die vor einiger Zeit geschätzten Kosten nicht schon wieder gestiegen sind – wovon leider auszugehen ist.

Ist der Kita-Neubau 2020 fertig, folgt 2021 der Umbau der jetzigen Kita zum Hort. Dafür sind bis einschließlich 2023 insgesamt um die zwei Millionen Euro veranschlagt, etwas über die Hälfte der Kosten soll mit Fördermitteln gedeckt werden. Hierbei wurde schon eine 30-prozentige Teuerung mit eingerechnet, knapp 850 000 Euro müssen über Kredite finanziert werden.

Erhöhen werden sich auch die Kosten für den Neubau des Wuster Gerätehauses. War man anfangs von knapp 700 000 Euro ausgegangen, liegt man nun bei 988 000 Euro. Entsprechend klettert der Kreditbedarf von 560 000 auf 863 000 Euro. Für Grundschulen sind 143 000 Euro an Investitionen im Etatentwurf eingeplant, für Kitas 48 000 Euro.

„Jede Investitonsmaßnahme ist wichtig, Priorität hat aber die Kita Schönhausen – das sind wir den Eltern schuldig“, erklärte Silvio Wulfänger. Die Bedingungen hier seien grenzwertig, es muss endlich vorangehen. Dieser Bau habe bei ihr ebenfalls Priorität, stimmte Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold zu. Vielleicht könne man Haushaltsreste nutzen, um die Umlagen wenigstens etwas zu senken.