Scharlibbe l „So gut ausgebildete Hunde wie hier in Scharlibbe erlebt man wirklich selten, auch die Organisation war hervorragend – da macht die Arbeit richtig Spaß“, lobte Leistungsrichterin Norwina von Hoyer-Boot aus Möser die gastgebenden Klietzer Hundefreunde. Begleitet wurde sie von Franziska Schädlich aus Burg, diese wird als Anwärterin noch zur Richterin ausgebildet.

Sechs Hundeführer aus dem Verein und ein Mitglied des PHV Hambühren bei Celle hatten sich für die Begleithunde-Prüfung angemeldet. Die Prüfung ist in einen A- und einen B-Teil untergliedert, letzterer wird normalerweise in einer belebten Öffentlichkeit durchgeführt. Diesmal ging es dazu nach Havelberg. Im ersten Teil wird die Leinenführigkeit begutachtet – sowohl mit als auch ohne Leine. Der Vierbeiner darf dabei seinem Hundeführer nicht von der Seite weichen. Auch muss er die Kommandos „Sitz!“ und „Platz!“ befolgen – und auch noch dann liegen bleiben, wenn sich Herrchen oder Frauchen entfernen. Erst bei dessen Zuruf darf er loslaufen, muss vor dem Hundeführer Platz nehmen und dann um diesen herum zu dessen linker Seite laufen.

Nicht ablenken lassen

Geprüft wurde unter anderem Hündin Mia von Josepha Wagner aus Havelberg, deren Mann Michael zugleich Ausbildungsobmann im Verein ist – und als solcher als Prüfungsleiter fungierte. Beim Test der Leinenführigkeit mussten die Prüflinge durch eine Menschengruppe laufen, wobei sich der Hund nicht ablenken lassen durfte. Das geschah einmal mit und danach ohne Leine, auch musste schneller und langsamer gegangen werden. Danach war Monika Kerves aus Sandau an der Reihe, ihr Hund namens Gunnar wurde in Südeuropa als Straßenhund aufgegriffen.

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„Zu Beginn mussten alle Hundeprüfer auch eine theoretische Sachkundigen-Prüfung ablegen“, informierte Vereinsvorsitzende Viola Wartke aus Schollene. Auskunft wurde zu den Themen Hundepflege, -haltung und -erziehung verlangt, man musste zudem über deren Gesundheit sowie die gesetzlichen Regelungen zur Hundehaltung Bescheid wissen.

Prüfung gilt als Grundgerüst

Eine erfolgreich absolvierte Begleithundeprüfung bildet das Grundgerüst für weiterführende Prüfungen wie jene zum Schutzhund oder – für den Hundeführer – zum Übungsleiter. Schutzhunde können in Scharlibbe allerdings nicht ausgebildet werden, dazu fehlen die personellen Voraussetzungen. Die meisten der aktuell 15 Hunde im Verein haben die Grundprüfung bereits abgelegt. Die Ausbildung zum Begleithund ist denn auch Ziel der Klietzer Hundefreunde.

Darauf aufbauend gibt es dann weitere Übungen – wie das aus England stammende Agility, wobei der Hund verschiedene Hindernisse wie Laufsteg, Tunnel, Reifen, Schrägwand und Wippe in ständig wechselnder Reihenfolge absolvieren muss. Diese Sportart ist vor allem für kleine und wendige Vierbeiner gedacht. Oberste Gebote sind Disziplin und Harmonie.

Weitaus jünger ist die Sportart Obedience, wo ein kooperatives und kontrolliertes Verhalten des Hundes gefragt ist. Auch diese wird auf dem Platz in Scharlibbe angeboten.

Die Prüfung haben übrigens sechs Hunde bestanden, ein Hundeführer hat das Ziel knapp verfehlt.