Klietz l Zu verdanken ist dieses Kleinod inmitten schönster Natur wieder mal dem unermüdlichen Engagement von Anneliese und Joachim Steinborn. „Und meinen Helfern und den Spendern! Ohne sie würde gar nichts gehen.“ Und doch stehen die beiden an der Spitze des Teams und machen es möglich, dass der vor Jahren von ihnen angelegte Naturlehrpfad immer wieder Neues zu bieten hat.

Der Aussichtsturm am südlichen Ufer in unmittelbarer Nähe des Rastplatzes ist neu und dennoch alt. Denn Ende der 50er Jahre ist er als Kanzel des Feuerwachturms am Rande des Klietzer Truppenübungsplatzes errichtet worden. Als ein paar Jahre nach der Wende eine automatische Überwachung via Kamera installiert wurde, sicherte Joachim Steinborn sich die Kanzel – schon mit dem Hintergedanken, sie „irgendwann“ mal am See zu verbauen. So einfach war das nicht. Denn Genehmigungen vom Naturschutz mussten eingeholt werden. Schwierig gestaltete sich die Standortfindung – am Ende ein Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können. Auch die Landwirtschaftsgenossenschaft „Elbufer“ Neuermark-Lübars als Landeigentümer war einverstanden. Doch dann kam die Flut und sorgte erneut für Verzögerungen. Joachim Steinborn ließ nicht locker und suchte Sponsoren.

Dank den Helfern und Spendern

Helga Paschke und Georg Marschall aus Klietz spendeten Geld, Maurermeister Uwe Olmesdal fertigte die Grundplatte und erledigte Erdarbeiten, die Bundeswehr übernahm den aufwendigen Transport der sperrigen Kanzel, die Bauhofmitarbeiter Dieter Meier und Harald Pick haben – wie so oft, wenn Hilfe gebraucht wird – beim Herrichten zugepackt. Tischlermeister Denis Motzkus und Willi Pfundt mit seinem Metallbaubetrieb waren ebenfalls zur Stelle und setzten die Pläne um. Und auch Schullandheimleiter Stefan Kertz, der immer hilft, wenn es um Verbesserungen am Lehrpfad geht.

Bilder

Eingeweiht ist der Turm nun, fertig aber noch nicht ganz. „Ich warte auf die endgültige Zusage der Fördermittel für das Dach. Es soll nicht nur Schutz vor Regen bieten, sondern auch gleich noch Unterschlupf für Fledermäuse“, hatte Joachim Steinborn, dem die vom Aussterben bedrohten Tiere am Herzen liegen, eine gute Idee.

Und er hofft, dass bald die Wiederaufbaumaßnahmen nach der Flut rund um den See beginnen. Denn auf dem Naturlehrpfad gibt es Etliches zu tun, um die Schäden vom Juni 2013 zu beheben. „Ein wenig müssen wir uns noch gedulden“, erklärte Bürgermeister Hermann Paschke. „Denn es sind noch ein paar rechtliche Dinge zu klären.“

Wenn sie noch weiter in die Zukunft blicken, machen Steinborns sich grundlegende Sorgen über den See. „Der Erhalt für die Nachwelt ist wichtig. Der See braucht eine Kur. Auch Gewässer altern. Die Badestelle ist im vergangenen Jahr so schön angelegt worden. Aber leider wachsen die Pflanzen genauso wie vorher. Der See muss dringend saniert werden, damit er nicht verlandet. Die Wasserqualität ist bestens, aber dadurch wachsen die Pflanzen auch so gut, sterben im Herbst ab und liegen dann auf dem Grund.“ Von einem Vertreter der Bundeswehr, die bei der Einweihung des Turmes auch zugegen war, hörten die Naturschützer, dass für den Sommer erneut das Mähen der Fahrrinne für Motorboote geplant ist. „Gut! Aber es muss mehr getan werden“, mahnt Joachim Steinborn die Dringlichkeit an.

Nach der Einweihung luden Steinborns die Sponsoren und Bauausführenden zum Kaffee auf den Rastplatz ein.