133 Partner

Unter dem Motto „Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ gibt es aktuell im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe 133 Partner in dem länderübergreifenden Netzwerk.

In Sachsen-Anhalt sind es 35 Partner, von denen die meisten im nördlichen Teil angesiedelt sind. Im südlichen gibt es Regionalmarken. Brandenburg hat 11 Partner, Niedersachsen 41 und Mecklenburg-Vorpommern 46.

Näheres im Internet unter www.flusslandschaft-elbe.de/Partnerbetriebe/

Havelberg l Wer im ökologischen, ökonomischen und sozialen Sinne nachhaltig wirtschaftet und die Ziele des Biosphärenreservates unterstützt, hat die Möglichkeit, Partner der Flusslandschaft Elbe zu werden. Im länderübergreifenden Netzwerk, das 2011 gegründet wurde, sind derzeit 133 Partner aus den Branchen Landwirtschaft/Direktvermarktung, Gastronomie, Übernachtung, Tourismus, Handwerk, Lebensmittelverarbeitung, Handel, Dienstleistungen, Forstwirtschaft und Bildungseinrichtungen vertreten. Sie waren eingeladen zum Jahrestreffen, das dieses Mal in Sachsen-Anhalt stattgefunden hat.

Im Haus der Flüsse, Infozentrum Natura 2000, in Havelberg begrüßte der stellvertretende Leiter der Reservatsverwaltung Mittelelbe Peter Dornbusch am Donnerstag zahlreiche Vertreter der Biosphärenreservate und Partnerbetriebe aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die rund 80 Teilnehmer erfuhren Neues aus den einzelnen Reservatsverwaltungen. Peter Dornbusch machte als Gastgeber den Anfang für Sachsen-Anhalt. Eines der größten Projekte der vergangenen Jahre war die Deichrückverlegung Lödderitzer Forst mit einem sieben Kilometer langen neuen Deich und der Gewinnung von 600 Hektar Überschwemmungsflächen an der Elbe. Vergangene Woche fand dazu in Dessau die Abschlussveranstaltung statt, berichtete er. Ein ähnliches Großprojekt ist die Renaturierung der Havel auch im Bereich Havelberg. Am Haus der Flüsse ist mit dem Altarmanschluss an der Petroleuminsel die Renaturierung in der Praxis zu sehen, was Armin Wernicke von der Außenstelle in Ferchels später den Teilnehmern zeigte.

Wie Peter Dornbusch weiter berichtete, ist in Magdeburg eine neue Infostelle am Elberadweg mit Café und Ausstellung eröffnet worden. Am Hauptsitz in Dessau entsteht aktuell ein Erweiterungsbau am Auenhaus mit Multimedia- und Projektraum, so dass die Möglichkeit besteht, zum Beispiel Schulklassen besser zu empfangen. Zudem ist dann Platz für Sonderausstellungen.

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Regionale Produkte

Die Vertreterinnen aus Brandenburg berichteten über touristische Angebote, die sie zusammen mit Partnerbetrieben entwickeln wollen. Gerade gegründet wurde ein Ernährungsrat Prignitz-Ruppin, dem Leute angehören, die sich für nachhaltig und regional produzierte Lebensmittel einsetzen. Neu ist dort seit August auch der PlusBus „Prignitzer Elbtalaue“, der regelmäßig im Ein- oder Zweistundentakt zwischen Wittenberge und Lenzen verkehrt und Anschlüsse an Bahn und Fähre besitzt. Er ist barrierefrei und bietet Platz für Fahrräder. Informiert wurde außerdem über den Abschluss eines weiteren Lehrganges für Natur- und Landschaftsführer für die Elbe und Havelniederung, an dem auch Interessierte aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt – unter anderem aus Havelberg – teilgenommen hatten. Einen Tipp gab es zum Apfelmarkt am 7. Oktober, der in Wittenberge auf dem Paul-Lincke-Platz und in der Innenstadt stattfindet.

Aus Mecklenburg-Vorpommern wurde über gute Erfahrungen mit dem Biosphären-Elbe-Markt in Dömitz berichtet. 2019 findet er am 28. April statt. Zu den Visitenkarten-Displays der Partnerbetriebe, wie es einen gerade neu im Haus der Flüsse in Havelberg gibt, erfuhren die Teilnehmer, dass es diese an drei Orten gibt und schon nachgedruckt werden musste. Ein weiterer Regionalmarkt mit stets vielen Besuchern ist das Laubfeuer in Dammereetz, das in diesem Jahr am 27. Oktober stattfindet. Als neues Projekt ist zusammen mit dem Biosphärenreservat Schaalsee die Biosphärenwoche gestartet, in der Ende August/Anfang September über 40 Veranstaltungen stattgefunden haben.

Über eine Leader-Projekt-Idee werden Biosphären-Regale geschaffen, die etwa in Cafés und Touristinformationen stehen und mit regionalen Produkten der Imagebildung und Absatzförderung dienen.

Neue Partner begrüßt

Die Vertreterin aus Niedersachsen berichtete vom Ausbau des Netzwerkes Niedersächsische Elbtalaue. Verstärkt wird Wert auf Fortbildung und Austausch der Partnerbetriebe gelegt. Zudem informierte sie über das Naturschutzprojekt zum Wiesenvogelschutz, das seit zehn Jahren in Zusammenarbeit mit Landwirten läuft, und über ein ausgezeichnetes Ehrenamtsprojekt „Gemeinsam für die Natur“ mit der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH.

Das Treffen wurde auch genutzt, um neue Partnerbetriebe in Sachsen-Anhalt zu begrüßen. Aus Magdeburg wurden das Haus Natursinn mit seinen ökopädagogischen Konzepten und das Café Werder mit der Pflege eines nachhaltigen Lebensstils aufgenommen, aus Parchen die Leinölmühle.

Nachdem Armin Wernicke das Haus der Flüsse als multimediales Informationszentrum und seinen Außenanlagen vorgestellt hatte, ging es zu Partnerbetrieben in der Region. In Havelberg standen das Arthotel Kiebitzberg, die Töpferei „...von Hand“ und die Domkurie D8 auf dem Besuchsprogramm.

Im Anschluss ging es nach Tangermünde zu einer Führung durch die Konditorei Stehwien und zu „Schulzens Gastlichkeit“ mit Hotel, Restaurant und Brauerei.