Havelberg l Davon überzeugten sich am Donnerstagabend die Stadträte, die für ihre Sitzung in den  Wappensaal eingeladen waren. „Brücken schlagen“ ist der Titel der Regionalausstellung, die im April dieses Jahres für die Öffentlichkeit eröffnet wurde und seitdem um die 1000 Besucher interessiert hat. Der Titel steht im übertragenden Sinn auch für die Zusammenarbeit von Bundeswehr und Garnisonsstadt Havelberg. Um diesem Miteinander immer wieder neue Impulse zu geben, war die Idee entstanden, den Stadtrat aus dem Rathaus herauszuholen und ihn in der Elb-Havel-Kaserne tagen zu lassen. Die Soldaten des Panzerpionierbataillons 803 bewiesen sich wieder einmal als gute Gastgeber – das sind sie schon seit Jahren zum Beispiel bei Neujahrsempfängen, Havelbiwaks und Benefizkonzerten – und hatten Brötchen und die legendäre Soljanka vorbereitet.

Vor allem ging es auch darum, die Regionalausstellung vorzustellen. Dazu begrüßte Projektoffizier Oberstleutnant der Reserve Robert Thiele die Gäste vor Sitzungsbeginn zu einer Führung. Der Geschichtslehrer aus Brandenburg, der demnächst auch an der Havelberger Sekundarschule unterrichten wird, kennt das Panzerpionierbataillon seit vielen Jahren. Gemeinsam mit weiteren Soldaten hat er die Ausstellung konzipiert und vorbereitet. Etliche seiner Schulklassen im Brandenburgischen kennen die Ausstellung bereits. Von den Havelberger Schulen konnte noch keine Klasse begrüßt werden, was die Soldaten sehr bedauern. Aber vielleicht ändert sich das, wenn nun die Stadträte möglichst als Multiplikatoren auftreten und für die Ausstellung werben. Normalerweise dauert eine Führung anderthalb bis zwei Stunden. Mit dem Schnelldurchlauf am Donnerstagabend wurde bestimmt bei dem einen oder anderen das Interesse geweckt, sich einmal mehr Zeit dafür zu nehmen.

In drei Themenbereichen wird die Arbeit der Bundeswehr und der Pioniere dargestellt. Im ersten wird erklärt, wie die Streitkräfte in der Gesellschaft eingeordnet sind, woher sie ihre Aufträge bekommen und was es bedeutet, unter Befehl und Gehorsam Dienst zu leisten. Im zweiten Teil stellt sich das Bataillon mit vielen seiner Aufgabengebiete vor. So wird zum Beispiel informiert, wie mit einer Panzerabwehrrichtmine Gelände für den militärischen Gegner unzugänglich gemacht wird und mit welchen Sprengfallen es die Kampfmittelberäumer im Auslandseinsatz zu tun haben. Im dritten Bereich ist das Leben in einem Feldlager im Auslandseinsatz nachempfunden. Dort gibt es auch eine Bar. In dieser fanden sich Stadträte und Soldaten im Anschluss an die Sitzung zu Gesprächen zusammen.

Wer neugierig auf die Ausstellung geworden ist, kann sich per E-Mail für eine Führung anmelden unter RegionalausstellungHavelberg@bundeswehr.org