Havelberg l Erstmals ist hier für die Schüler der Oberstufe/Berufsschulstufe ein Zukunfts- und Chancentag organisiert worden. „Ich möchte mein Praktikum am liebsten auf einem Reiterhof machen“, wünscht sich Jaqueline. Die 15-jährige Anna hegt den gleichen Gedanken, aber auch noch einen anderen: „Ich würde mich sehr darüber freuen, bei der Kinderbetreuung in einem Kindergarten helfen zu können“, sagt sie. Sie begründet das so: „Weil ich zu Hause selbst einen kleinen Bruder habe.“ Sich mit ihm zu beschäftigen, bereite ihr Freude.

Nicole backt gerne

Magdas Ziel ist es, in einer Küche zu arbeiten, Pascal zählt gleich eine ganze Reihe von Tätigkeiten auf, auf die er Lust hat: in einer Autowerkstatt, in der Landwirtschaft, im Gartenpflegebereich. Nicole, 15 Jahre jung, möchte in einer Bäckerei arbeiten „weil ich auch zu Hause gerne backe“.

Schon mal Praktika absolviert

Die meisten der elf Mädchen und Jungen aus der Oberstufe/Berufsschulstufe – alle im Alter von 15 bis 18 Jahren –, die an der Veranstaltung teilnahmen, haben bereits Praktika absolviert. Diese aber fast zu 100 Prozent in den Elbe-Havel-Werkstätten in Schönhausen: in der Küche, in der Wäscherei, bei der Fahrzeugaufbereitung. Zur Erläuterung sei hier noch erwähnt, dass Praktika für die Förderschüler erst ab einem Alter von 16 Jahren möglich sind. Sie stehen in jedem Jahr im März auf dem Plan der Schule „Am Lindenweg“.

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Einrichtungen eingeladen

Der Chancen- und Zukunftstag diente dem Zweck, das zu ändern, andere Möglichkeiten für Praktika, als die Werkstätten in Schönhausen, zu finden. Um mögliche Praktikanten schon einmal in Augenschein zu nehmen und ihre Vorstellungen zu hören, hatte die Förderschule Betriebe und Einrichtungen zum Chancen- und Zukunftstag eingeladen. Mit einem Aufgebot von gleich acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hatte die Deutsche Angestellten-Akademie die Einladung angenommen und im Foyer einen Informationsstand über ihre Angebote und auch ein Glücksrad aufgebaut. Dieses kam natürlich ausgezeichnet an, denn es gab dabei ja auch kleine Preise zu gewinnen. Darum blieb es meistens auch nicht bei nur einem Versuch.

Gute Möglichkeiten bei der DAA

Yvonne Lorenz, die Verantwortliche in der Havelberger DAA-Stelle, kann sich sehr gut vorstellen, Praktikumsplätze für Förderschüler zur Verfügung zu stellen. „Im Netzwerk-Café und vor allem auch in den Räumen der Kleidertauschbörse sehe ich da gute Möglichkeiten“, sagte sie im Konferenzraum der Förderschule, nachdem sich die Schüler dort zunächst ihren Gästen vorgestellt hatten.

Hausmeister braucht immer Hilfe

Diana Maurer, Pfledienstleiterin in der Pflegeeinrichtung des Wohnparkes Am Camps in Havelberg, bot in der Runde ebenfalls Praktikumsplätze an. „Unser Hausmeister braucht immer Hilfe, egal zu welcher Jahreszeit. Ihr werdet staunen, um was sich der alles kümmern muss. Es gibt auch die Möglichkeit, in der Waschküche mitzuarbeiten oder in der Küche zu helfen, Mahlzeiten für die Bewohner zuzubereiten – für das Frühstück, für Obstpausen und für das Abendbrot.“ Diana Maurer sieht aber auch Chancen in der Pflege. „Für alle, die Lust haben, mit Menschen zusammen zu sein. Den Bewohnern unseres Heimes ist Gesellschaft immer willkommen.“

Vermittlung von Praktika

Nancy Mühlenberg, Sozialpädagogin bei der Berufsbildungsakademie Altmark (BBA) in Havelberg, kann in dieser Einrichtung selbst zwar keine Praktika anbieten, „aber wir können Praktika vermitteln. Denn die BBA hat viele gute Kontakte, vor allem auch zu Ausbildungsbetrieben in der Region. Der Förderschule bot sie ihre Hilfe bei der Suche nach Praktikumsplätzen an.

Das Ziel erreicht

Somit endete der erste Chancen- und Zukunftstag an der Schule für alle Beteiligten mit einem positiven Ergebnis. „Mehr wollten wir heute gar nicht erreichen“, freute sich Schulleiterin Petra Heidrich. Das Wichtigste sei jetzt, mit den Einrichtungen im Gespräch zu bleiben.