Havelberg l Der Marktplatz am Havelberger Rathaus bleibt am zweiten Adventswochenende leer. Kein Waffel- oder Glühweinduft, keine weihnachtlichen Melodien von Kinderchören, kein Karussell, das seine Runden dreht, kein Weihnachtsmann, der die Mädchen und Jungen beschenkt. „Schweren Herzens haben wir die Entscheidung getroffen, dass wir in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt durchführen“, sagt Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) im Gespräch mit der Volksstimme.

Leicht hat sich die Stadt diese Entscheidung nicht gemacht. Auf der Kippe stand der Weihnachtsmarkt seit der Bekanntgabe der neuen Corona-Verordnung. Der Bürgermeister wollte die Meinung der Stadträte erfahren und hatte sie angeschrieben. Denn momentan weiß niemand, was im Dezember erlaubt sein wird und was nicht. Er hatte auch noch die Hauptausschusssitzung abgewartet. Im nicht öffentlichen Teil wurde unter dem Tagesordnungspunkt Fragen, Anregungen, Mitteilungen darüber diskutiert.

Die Bestimmungen ließen sich nicht ansatzweise einhalten. Undenkbar, dass bei einem Bühnenprogramm lediglich Menschen aus zwei Haushalten zusammenstehen. Chorauftritte der Kindergärten und der Grundschule wären nicht möglich. Nicht wirklich vorstellbar sei auch ein Weihnachtsmarkt, bei dem man nicht in gemütlicher Runde bei einem Glühwein plaudert, nennt der Bürgermeister Argumente für die Absage. Die Stadt hatte selbst einige Absagen erhalten. So könnten die Jäger die Versorgung nicht anbieten. In ihrer Hütte wäre nicht ausreichend Platz, um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Auch die Rotarier sehen Schwierigkeiten, Glühwein und Waffeln regelkonform anzubieten.

„Der Weihnachtsmarkt wäre nichts Halbes und nichts Ganzes. Wir müssten Einlassbeschränkungen vornehmen, denn es ist pro zehn Quadratmeter Fläche nur eine Person zugelassen. Es wäre auch nicht nachvollziehbar, dass wir beim Frischemarkt sehr genau auf Abstände achten und beim Weihnachtsmarkt dann riskieren, dass viele Leute vor der Bühne stehen“, gibt der Bürgermeister weiter zu bedenken. Vor dem Hintergrund, dass die Corona-Zahlen weiter steigen, sei zudem davon auszugehen, dass die Regelungen über den 30. November hinaus gelten werden. Dann hätte sich der Weihnachtsmarkt ohnehin erledigt.

Pyramide wird aufgebaut

Für weihnachtliches Flair auf der Stadtinsel will die Stadt auf jeden Fall sorgen. Pyramide, Weihnachtsbaum und Krippe werden am Rathaus aufgestellt, die Beleuchtung auf der Altstadtinsel installiert.

Ob es anstelle des Havelberger Weihnachtsmarktes kleine Überraschungen für die Kinder in den Kitas und in der Grundschule geben könnte? „Darüber können wir, vielleicht im Zusammenhang mit dem Nikolaustag, nachdenken“, antwortete Bernd Poloski auf die Frage der Volksstimme.

Kleine Geschenke mit Weihnachtsgrüßen werden für die Senioren in den Pflegeheimen vorbereitet, die der Bürgermeister normalerweise an Heiligabend mit der Gleichstellungsbeauftragten Evelin Bullwan besucht. „Denn von Bett zu Bett können wir dieses Jahr zu Weihnachten nicht gehen.“