Fischbeck/Jerichow l „Die Anbindung an den Altdeich war schwierig, weshalb wir den Neudeich gleich hochwassersicher errichtet haben“, erklärte André Pasemann, der Projektverantwortliche beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Denn normalerweise muss der Neudeich sich erst zwei Jahre setzen, ehe er in Funktion geht.

Deshalb kann jetzt auch gleich der Altdeich im neuen Vorland abgetragen werden. Dieses Material wird für künftige Bauvorhaben zwischengelagert. Im neuen Deich befindet sich aber auch allerhand Material aus dem Vorgänger, so wurde im 3. Abschnitt mit Material aus den Altdeichabschnitten 1 und 2 gearbeitet.

Teile vom Altdeich blieben stehen

Manche Teile vom Altdeich bleiben aber auch stehen, wie jenes am Wäldchen nahe der Kreisgrenze. Der alte Wall wirkt als Leitdeich, damit sich das dortige Gewässer nicht mit Schwemmgut zusetzt.

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Die nahen Gewässer hatten auch einige Kompromisse beim Deichbau nötig gemacht: An einem musste man auf der alten Deichtrasse bauen, am Bauernwiel musste eine doppelte Spundwand gesetzt werden, weil sich beiderseits Gewässer befinden. Hier wird in zwei verbundenen Schächten auch der landseitigen Wasserstand beobachtet und kontrolliert. In dem Bereich fehlt auch die landseitige befahrbare Berme, welche der LHW seit 2013 generell am Deichkörper mit anbaut.

In der Vorwoche waren die Deichbauer ab der letzten Zufahrt vor Jerichow mit dem Aufbringen der Asphaltschicht beschäftigt. Etwa ein Kilometer Krone war auf drei Metern Breite zu befestigen. Da die landseitige Berme nahe Jerichow von den Landwirten mit genutzt wird, ist der Asphaltweg in dem Bereich wegen ihrer Technik 4,5 Meter breit, ansonsten sind es ebenfalls drei Meter.

Aufgetragen werden wie beim Straßenbau erst die Trag- und dann die feinere Deckschicht. Früher wurde eine kombinierte Asphaltschicht aufgetragen, das Verfahren hatte sich aber nicht bewährt.

Zuletzt werden Zufahrten mit Spurbahnen befes

Zuletzt werden noch die Böschungen fertiggestellt, die Rasenansaat und die Beschilderungen folgen, auch die Lagerplätze müssen zurückgebaut und übergeben werden. Zuletzt werden die Zufahrten mit Spurbahnen befestigt. In diesem Bauabschnitt hatte eine Arbeitsgemeinschaft – bestehend aus den Baufirmen Eggers aus Wittenberge und Willi Meyer aus Falkensee – den Zuschlag bekommen.

Der neue Elbdeich zwischen Fischbeck und Jerichow ist insgesamt 6,9 Kilometer lang und damit etwa 200 Meter kürzer als der Altdeich. Er erhebt sich vier bis sechs Meter über das Gelände und besitzt ein ungewöhnlich hohes Freibord von 1,44 Metern. – Geschuldet ist dieser Aufschlag der Tatsache, dass hier bei Hochwasser oftmals starke Winde verbunden mit Wellenschlag herrschen. Teils wird der neue Wall einen Meter höher als sein noch stehender Vorgänger – so bei Jerichow.

Etwa Mitte August ist die Fertigstellung dieser kompletten Flutschadenssanierung geplant, was natürlich mit einer entsprechenden Einweihungsfeier verbunden sein soll. Dabei sollen neben der Gemeinde Fischbeck auch alle anderen Akteure einbezogen werden. Der LHW ist froh, dass er mit 31,5 Millionen Euro im geplanten Kostenrahmen blieb.