Havelberg l Zu den diversen Deichbaustellen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz LHW, welche sich zwischen Hohengöhren und der Landesgrenze zu Brandenburg bei Quitzöbel befinden, gehört seit dem späten Frühjahr 2019 auch eine im Havelberger Mühlenholz. Die Baufirma Willy Meyer aus dem brandenburgischen Falkensee hatte den Zuschlag sowohl für die Deichsanierung als auch für den Straßenbau von der Überfahrt zur Fähre erhalten – für letztere Maßnahme ist die Landesstraßenbaubehörde als Bauherr zuständig.

Auf etwa anderthalb Kilometern wird hier der Elbdeich normgerecht saniert, informierte Alexander Helm von der LHW-Außenstelle Havelberg. Dazu gehört, dass der Wall um bis zu 70 Zentimeter erhöht wird. Eigentlich muss er dazu entsprechend verbreitert werden, doch ist dafür im Bereich der Überfahrt kein Platz zwischen den alten Eichen. Gefällt werden dürfen diese nicht, da in ihnen mit dem Eremiten ein streng geschützter und sehr seltener Käfer nistet. So blieb als Mittel der Wahl nur, eine stählerne und sechs Meter hohe Spundwand als Dichtung ins Erdreich zu rütteln. Denn gerammt werden durfte diese aus Naturschutzgründen nämlich auch nicht, da die Insekten durch die Vibrationen beeinträchtigt werden könnten. Was diese Investition arg verteuerte.

Mit Balken verschlossen

Die Fährüberfahrt wird künftig beidseitig von einer 60 Zentimeter hohen Deichscharte aus Beton begrenzt, welche bei Extremhochwasser mit Dammbalken verschlossen wird. Diese wurde bereits fertiggestellt.

Auf dem Deich wird ein drei Meter breiter Kronenweg entstehen, welcher in Kürze asphaltiert wird. Eine Berme, die normalerweise mit angebaut wird, kann wegen der nahen Eichen aus Platzgründen nicht errichtet werden.

Erd- und Wegebau dieses Jahr beendet

Diese Flutschadensbeseitigung – die Kosten übernimmt also komplett der Staat – wird etwa drei Millionen Euro kosten. Noch in diesem Jahr werden die Erdarbeiten und der Wegebau beendet – die Arbeiter liegen sehr gut im Zeitplan.

Auch die Straße zur Fähre wird asphaltiert, was derzeit gerade erfolgt, danach ist der Deichweg an der Reihe. Im kommenden Jahr sind dann nur noch Restarbeiten auf der Baustelle vonnöten.