Havelberg l „Bis auf Kleinigkeiten befinden sich die Deiche in der Elb-Havel-Region in einem sehr guten Zustand“, lautete das Resümee von Flussbereichsleiter Marco Schirmer vom gastgebenden Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW bei der Auswertung im Havelberger Hafenhotel. Diverse Sturmschäden mussten nach dem Orkan „Xavier“ aufgearbeitet werden, was in enger Zusammenarbeit mit den Verwaltungen geschah.

Unter anderem am Polderdeich Trübengraben nahe Sandau hatte es erhebliche Sturmschäden gegeben, welche in enger Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft beseitigt wurden, informierte Meister Christian Schaper.

Noch einige Sturmschäden

Am vierten und letzten Schautag wurden zwischen dem brandenburgischen Voigtsbrügge und Havelberg die rechten Haveldeiche kontrolliert. Protokolliert wurden dabei einige umgestürzte oder entwurzelte Bäume, zu nah am Deich befindliche Fahrspuren und Zaunpfähle sowie eine fehlende Sperre bei Vehlgast.

Nahe Wöplitz ist im Zuge der Havelrenaturierung geplant, die Teilschutzdeiche Burgwall und Remonte zu schlitzen, die ersten Arbeiten sollen noch dieses Jahr starten, der Rest folgt in den kommenden zwei Jahren. Auf den Hochwasserschutz von Wöplitz hat dies keine Auswirkungen, der Hauptdeich bleibt erhalten. Umgestaltet wird in dem Zuge auch die Panzerstraße am Weinberg und die Aderlanke.

In den kommenden Jahren soll noch der Lückenschluss bei Vehlgast erfolgen, der neue Wall wird außerhalb der Bebauung errichtet. Gleiches gilt für Damerow, wo noch drei Deichlücken geschlossen werden müssen. Hier haben die Holzungen schon begonnen.

Im Havelberger Mühlenholz soll in diesem Jahr ebenfalls noch eine Deichbaustelle starten: Saniert wird das Stück zwischen der Überfahrt Möwenwerder bis zum Schleusendeich. In diesem Zuge erhält die Fährstraße eine knapp einen Meter hohe Scharte, welche im Notfall verschlossen wird. – Und zwar mit solchen Elementen, wie sie schon in Havelberg lagern. Die nötigen Holzungen sind bereits erfolgt, derzeit sind die Kampfmittelräumer im Gange, im Juni folgen die Archäologen. Ab September wird die Fährstraße zudem bis zum Anleger saniert.

Bau hat wieder begonnen

Eine weitere Baustelle befindet sich seit dem Vorjahr in der Kolonie Neuwerben, wo der Deich im Zuge der Flutschadensbeseitigung etwas erhöht wird. Nach der Winterpause haben jetzt auch hier die Arbeiten wieder begonnen, noch dieses Jahr soll alles fertig werden. Die Straße bleibt wegen des beengten Platzes bestehen, wasserseitig wird daneben ein 80 Zentimeter hoher grüner Wall errichtet (Ähnliches ist in der Ortslage Sandau vorgesehen).

Über 20 Millionen Euro investiert der LHW zudem in die Ertüchtigung des Einlasswehres Neuwerben der Quitzöbeler Wehrgruppe. Die Aufträge für den Stahlwasserbau sind raus, jetzt wird koordiniert. Um den Bauwerkszustand auch unterhalb der Wasserlinie zu erkunden, muss das Wehr trockengelegt werden, was mit Spundwänden erfolgt. Das ist auch nötig, um den Durchlass zwischen den Wehrwangen digital zu vermessen: Danach werden Schablonen angefertigt, mit deren Hilfe die drei riesigen Schütztafeln im Werk neu angefertigt werden.

Diese sollen dann in Schuten zur Baustelle transportiert und von einem Kran eingehoben werden. Weil für das Einsetzen nur wenig Zeit ist, muss jede Tafel genau passen. Die jetzigen Schütztafeln wurden damals noch vor Ort zusammengebaut – die Nietenkocher warfen sich die glühenden Nieten mit Zangen zu.

Damit die Schuten später anlegen können, wird ein Anleger errichtet und die Fahrrinne am Wehr etwas vertieft. Aktuell wird die Baustelle eingerichtet, mit als erstes wird dann das bei der Polderflutung entstandene Kolk verfüllt.

Gute Nachrichten gibt es vom benachbarten Altarmwehr: In Abstimmung mit dem LHW wird das Wasserstraßenamt auch dieses in Kürze sanieren. Der Baustopp hier hatte einige Jahre gedauert.