Schönhausen l „MaBa Dental“ wird am Schild neben dem Eingang stehen. „MaBa“ steht für Martin Bachmann. Der 40-Jährige lässt sich mit einem eigenen Dentallabor in den traditionsreichen Räumlichkeiten nieder. Schon sein Uropa, Dentist Hermann Bösinghaus, seine Oma Elisabeth Bachmann und sein Vater Hans-Hermann Bachmann haben hier als Zahnärzte gearbeitet.

Auch Martin Bachmann wollte eigentlich in die familiären Fußstapfen treten. Doch das mit dem Zahnmedizinstudium klappte dann doch nicht, so dass er eine Ausbildung zum Zahntechniker in Vaters Labor begann, wo sein Onkel Eike Verantwortung trug. Nach zwei Jahren mit dem Abschluss in der Tasche schloss er gleich den 14-monatigen Meisterlehrgang in Halle an. Als Meister arbeitete er an Vaters Seite. Bis Hans-Herrmann Bachmann aus gesundheitlichen Gründen 2017 zum großen bedauern seiner Patienten die Praxis schloss. Damit endete auch ein langes Stück Familiengeschichte.

Martin Bachmann, inzwischen Vater von drei Söhnen, fand Anstellung in einem Rathenower Labor – mit der Aussicht auf die Übernahme, wenn der Chef in den Ruhestand geht. Das ist nun soweit.

Aber das Labor mit Platz für bis zu 16 Techniker ist dann doch zu groß, eine Dentalkette übernimmt es. Deshalb hat sich der Schönhauser entschieden, sich statt in Rathenow zu Hause niederzulassen, wo alles vertraut und nicht zuletzt finanziell überschaubar ist. Nicht nur, dass die Räume vorhanden und auch ein Teil der Technik noch gut nutzbar ist, sondern es gab auch Zustimmung von drei hiesigen Zahnärzten, mit Martin Bachmann zusammen von Rathenow nach Schönhausen zu wechseln. Damit hat er genug Arbeit. Denn alles, was zu reparieren ist, muss auch aus den Praxen in Klietz und Schollene abgeholt und wieder hingebracht werden. „Erst einmal arbeite ich allein. Wenn alles gut anläuft, werde ich meine Schwester Sandy stundenweise beschäftigen und auch noch einen Techniker anstellen“, blickt der 40-Jährige optimistisch in die Zukunft.

Der Behandlungsstuhl steht noch

In der Praxis ist alles bereit. Es wurde renoviert und umgeräumt, neue Gerätschaften gekauft. Seinen festen Platz hat Opas alter Technikertisch, auch mit so vielen Jahren immer noch gute Dienste leistet. „Ein gutes Gefühl, hier zu arbeiten“, blickt Martin auch auf das Foto seiner Familie mit Ehefrau Juliane, Sohn Liam und den Zwillingen Lennard und Louis. Der kleinere der beiden Behandlungsräume sieht übrigens noch so aus wie zu Hans-Hermanns Zeiten. Denn hin und wieder liegen die Enkelkinder des Zahnarztes auf dem Stuhl.

Zu den Dingen, die an längst vergangene Praxiszeiten erinnern, gehört im Warteraum (der wird zum Aufenthaltszimmer) der kleine rote Stuhl aus Holz, auf dem die Kinder Platz nahmen. Der stand schon zu Elisabeth Bachmanns Zeiten immer neben dem Tischchen mit den Zeitschriften, wo „Bummi“ und „Frösi“ nicht fehlen durften.