Entscheidung

Der Pilgerweg ist zu einer Havelberger Privatinitiative geworden

Von Dieter Haase
Über die Domtreppe, aber auch auf anderen Wegen machten sich Frauen und Männer am späten Donnerstagnachmittag Nachmittag auf den ursprünglich vorgesehenen Pilgerweg. Foto: Dieter Haase

Havelberg

Die schlechte Nachricht: Der Pilgerweg des Vereins „Pro Krankenhaus Havelberg“ musste kurzfristig abgesagt werden. Vereinsvorsitzender Holger Schulz hatte am Donnerstagnachmittag vom kreislichen Ordnungsamt mitgeteilt bekommen, dass der Pilgerweg als Veranstaltung des Vereins nicht genehmigt wird, was er sogleich auch allen Anwesenden bei der Demonstration am Donnerstag auf dem Domplatz verkündete. Unverständnis und Kopfschütteln bei allen Teilnehmern war die Reaktion. „Hiermit beende ich offiziell die Pilgeraktion des Vereins Pro Krankenhaus Havelberg“, erklärte Holger Schulz.

„Das ziehe ich jetzt durch“

Dann aber fuhr er gleich mit der guten Nachricht fort: „Als Verein sind wir aus der Geschichte raus, als Privatpersonen aber können wir gehen, wohin wir wollen. Und so werden alle, die es möchten, diesen Pilgerweg eben als eine Privatinitiative beschreiten.“ Worte, die bei den Anwesenden für viel Beifall sorgten. Und die sich dann nach der Demo fast alle zu Fuß und mit Abstand auf den Weg nach Sandau machten – dem ersten vorgesehenen Zielort des Pilgerweges. Keiner konnte sie als Privatpersonen, darunter auch Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski, daran hindern. Und dürfte es auch weiterhin bis auf den Weg nach Stendal und Magdeburg nicht tun. „Das ziehe ich jetzt durch“, bekräftigte die ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Havelberger Krankenhauses, Sandra Braun. Mit gefüllten Unterschriftsmappen, die sie auf ihrem Pilgerweg Landrat Patrick Puhlmann, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Sozialministerin Petra Grimm-Benne übergeben möchten, wollen engagierte Bürgerinnen und Bürger gegenüber den Politikern noch einmal ordentlich Druck für eine 24/7 Grund- und Notfallversorgung in Havelberg machen.

Politiker sollen ihr Wort halten

Auf der Demo zuvor hatte auch die ehemalige Krankenschwester Karola Schulz deutliche Worte an die Politik gerichtet. „Wir müssen die Politiker wachrütteln, damit sie ihre Wahlversprechen auch erfüllen.“ Und letzteres müsse noch vor der Landtagswahl geschehen. „Ich fordere die Politiker auf, ihre Arbeit ernst zu nehmen und nicht nur an den Machtkampf zu denken“, sagte sie unter anderem.