Havelberg l Was sind das für Menschen, die alte, historische Gräber aufsuchen und diese bestehlen? Jüngstes Beispiel: eine Grabanlage auf dem Havelberger Stadtfriedhof an der Pritzwalker Straße. Von deren Umfriedung mit sehr alten gusseisernen Ketten wurden so ziemlich alle diese Ketten – aus insgesamt acht Feldern der „Umzäunung“, die sie bildeten – von Unbekannt her­ausgetrennt und gestohlen. Ein besonderes Merkmal einer jeden schweren Gliederkette ist, dass sich in ihrer Mitte ein ebenfalls gusseisernes Em­blem mit einem Engel befindet. Holger Schulz, der sich zusammen mit Ulrich Gruber mit großem Engagement um die Pflege der gesamten Friedhofsanlage kümmert, zeigt auf einer Skizze, wie die Ketten in allen Feldern angeordnet waren.

Anzeige erstattet

Gestohlen worden sind sie um den 24., 25. und 26. Oktober herum. Bei der Polizei ist Anzeige erstattet worden. Der oder die Täter müssen dafür einige Gewalt angewendet haben, denn die Umrandung der Grabanlage ist solide gebaut. „Das kann nur vorsätzlich geschehen sein“, glaubt Pfarrer Frank Städler, „denn wer das schaffen will, muss hier mit entsprechendem Werkzeug anrücken.“ Und für den Abtransport der schweren Ketten mit einem Fahrzeug vorm Friedhof stehen. – Der erste große Raub auf dem Havelberger Stadtfriedhof. Der ideelle Schaden dürfte sich im vierstelligen Eurobereich bewegen.

Hoffentlich nicht zum Schrott

Allein die gusseisernen Ketten allerdings sind das nicht wert. Was der oder die Diebe mit ihnen anfangen wollen, würden Holger Schulz und Frank Städler gerne erfahren. „Hoffentlich sind sie nicht dafür gedacht, um sie bei einem Schrotthändler zu Geld zu machen.“

Vorfälle auch im Umkreis

Mit Kopfschütteln hat der Havelberger Pfarrer auch vom Unwesen Krimineller auf einigen anderen Friedhöfen erfahren. „Auch in der Prignitz gibt es mehrere Fälle, wo metallische Gegenstände von letzten Ruhestätten entwendet wurden.“ Und in Sandau war es vor einigen Tagen der Adler, der das Mahnmal auf dem Stadtfriedhof zierte.