Schönfeld l Das Festjahr wurde am Dreikönigstag mit einem Gottesdienst und einer Vernissage eingeläutet. „Danke für diese 600 Jahre, danke für jeden neuen Tag“, sangen die Anwesenden in der bis auf den letzten Platz besetzten Dorfkirche beim Festgottesdienst mit Pfarrerin Catharina Janus aus Sandau. Eröffnet hatte sie diesen mit einem weihnachtlichen Musikstück – der Filmmusik vom „Aschenbrödel“. Unterm Weihnachtsbaum erklangen danach noch weitere Musikstücke, dargeboten von Sophie Wallendorf auf dem Akkordeon („Jetzt geht‘s los, macht alle mit“) sowie vom Flötenduo Annelie Mertens und dem jungen Garzer Malte Schmok.

Dass viele Helfer aus dem Kamernschen Ortsteil den Festgottesdienst vorbereiteten, daran erinnerte Bürgermeister Arno Brandt in seinen Grußworten. So hatten Helfer von Dorfverein und Kirchgemeinde das Gotteshaus vorab gesäubert und dekoriert, die Ausstellung eingerichtet und den Kuchenbasar in der Winterkirche vorbereitet. „Nicht die politische Zuordnung eines Ortes ist entscheidend, sondern wie es den Einwohnern gelingt, ihn zu gestalten“, meinte er.

Jeder Ort ist gleichberechtigt

Schönfeld sei als Ortsteil ein gleichberechtigter Teil von Kamern, jeder Ort habe seine eigene Geschichte und sollte seine Identität bewahren. Er zollte dem ehrenamtlichen Engagement hohe Anerkennung, in Schönfeld seien dies vor allem der Dorfverein und die Feuerwehr.

Bilder

So war auch der Festgottesdienst mit viel Liebe zum Detail vorbereitet: Kerzen säumten die Stufen zur Kirche, am Tor zum Kirchhof hingen Fotos aus alten Zeiten. Historische Aufnahmen aus Schönfeld zieren im Jubiläumsjahr auch die Wände der Kirche. Sie zeigen Einwohner bei ihrer oft nicht leichten Arbeit in der Landwirtschaft – wie an der sogenannten Kartoffelklapper – oder im gemischten Chor.

Leben hat sich sehr verändert

Die Pfarrerin erinnerte in ihrer Predigt daran, dass sich das Leben in den 600 Jahren sehr verändert habe. Früher stand harte körperliche Arbeit im Vordergrund, es wurden Vorräte für den Winter angeschafft. Doch damals wie heute feierten die Christen Karfreitag, Ostern und Weihnachten.

Norbert Zander blickte anschließend in die Geschichte des Elbdorfes zurück. Viele Gedanken seien ihm dazu vorab durch den Kopf gegangen, berichtete er. Diverse Anregungen bekam er aus der von Bruno Böttcher zusammengestellten Chronik. Ein Dankeschön ging an Sandra und Juliane Braun, welche die Chronik fortführen möchten. Vielleicht, so regte er an, könne man diese auch mal als bebildertes Heft veröffentlichen.

Als das Erwähnenswerteste an der 600-jährigen Ortsgeschichte bezeichnete er „die Tatsache, dass wir seit 1945 nun schon 75 Jahre in Frieden leben können“. Kein Schönfelder musste seitdem in den Krieg ziehen, keine Mutter ihren gefallenen Sohn beweinen. Seine Generation habe eine sorglose Kindheit und Jugend gehabt. Sein Vater hatte im Alter von 18 Jahren bereits vier Jahre in Krieg und Gefangenschaft verbracht sowie im Krieg und danach seine komplette Familie verloren.

Ein Aufruf zum Ende der Rede

Norbert Zanders Bericht endete mit dem Aufruf: „Bringt euch weiter mit euren Ideen und eurer Kraft in unser Dorf ein. Pflegt weiter eine gute Nachbarschaft!“ Respektvolles Miteinander und herzliche Gespräche machen das Dorfleben aus – das sei hier noch immer so: „Auch deshalb ist Schönfeld meine und eure Heimat!“

Gemeinsam hatten die Schönfelder auch den Kuchenbasar vorbereitet, in der Winterkirche reichten zeitweise die Plätze nicht aus. Hier hingen an den Wänden Zeichnungen von Wilhelm Velten, welche der jetzt 91-Jährige in den 1970er Jahren in der Schönfelder Umgebung angefertigt hatte. Oben auf der Empore konnte man in der Ausstellung von einstigen Alltagsgegenständen in die jüngere Geschichte eintauchen.