Havelberg l Vor 60 Jahren, am 15. Februar 1958, hatten sich Sonja und Manfred Philipp das Jawort gegeben. Da kannten sie sich schon lange und waren auch schon seit fünf Jahren ein Paar. Doch hatte Sonja ihren „Bubi“ noch ein bisschen zappeln lassen, bevor sie mit ihm ins Eheglück gestartet ist. „Er hat mir früher in der Schule immer die Zöpfe zusammengebunden, da mochte ich ihn gar nicht“, erinnert sich die Havelbergerin an die kleinen Neckereien in ganz frühen Zeiten. Später dann forderte Manfred seine Auserwählte im „Weltfrieden“ zum Tanz auf. Da hat es gefunkt zwischen beiden.

Blumenkind mit dabei

Bei der Feier der diamantenen Hochzeit am Sonnabend in der Kegelbahn wurde mit der Familie, Freunden und Bekannten an so manche Begebenheit aus früheren Zeiten zurückgedacht. Rita Hofmann hatte sich zur Feier des Tages Blumen ins Haar gesteckt. „Ich war damals als Sechsjährige das Blumenkind bei der Hochzeit“, erzählt die Havelbergerin.

Besondere Freude gab es beim Jubiläumspaar auch darüber, dass ihrer beider älteste Freundin den Weg in die Hansestadt gefunden hatte. Ruth Quade-Mentel, geborene Schneidewind, lebt derzeit noch in Kassel, hat aber vor, in ihre alte Heimatstadt zurückzukehren und das Haus ihres verstorbenen Bruders zu übernehmen. 40 Jahre lang hat sie in Amerika gelebt. „Aber unser Kontakt ist nie abgebrochen“, berichtet Sonja Philipp. Sie erzählt auch, dass Ruth das Brautkleid für ihre Tochter Sylvia geschickt hat. „Es passte wie angegossen, ohne Anprobe“, sagt die diamantene Braut. „Ich kenne doch meine beste Freundin“, spielt Ruth auf die Ähnlichkeit von Mutter und Tochter an, die auch heutzutage unverkennbar ist.

Sylvia Leppin machte 1958 das Familienglück der Philipps perfekt. Eine Enkelin und die beiden Urenkelinnen Martha (4 Jahre) und Marith (neun Monate) gehören heutzutage außerdem zur Familie.

„Sich gegenseitig zu vertrauen, ist das wichtigste“, nennt Manfred Philipp die Basis für eine glückliche Ehe. Beide sind gern verreist. „Wir waren auch oft im Ausland, das beste Erlebnis war unsere Zugreise durch Ungarn“, erzählt der diamantene Bräutigam. Er war als Kind von Berlin aus, wo seine Familie ausgebombt worden war, nach Havelberg gekommen. Nach der Schule absolvierte er eine Fleischerausbildung und trat 1956 der Feuerwehr bei. Ihr ist er bis heute treu geblieben und auch als Vorsitzender der Alters- und Ehrenabteilung ein wichtiges Mitglied.

Dass die Chronik der 140 Jahre alten Wehr so detailliert vorhanden ist und jede Menge Text- und Bildmaterial enthält, verdanken die Kameraden ihm. Nicht nur deshalb erhielt er am Abend vor der Feier zur diamantenen Hochzeit auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr auch eine Ehrung als Dankeschön.

Feuerwehr und Briefmarken

In der Konsumfleischerei in Havelberg war er viele Jahre als Einkäufer tätig. 1976 hatte er als Angestellter des Konsums die Gaststätte „Havelblick“, gegenüber vom Wasserwerk, übernommen, wo er bis 1993 arbeitete. Nach zwei ABM-Stellen ging er 1996 in den Ruhestand. Sonja Philipp arbeitete viele Jahre als Kindergärtnerin im Julianenhofheim. Heute widmen sich beide auch immer gern ihrem Garten. Manfred Philipp hat neben seiner Sammlungen für die Feuerwehr auch eine umfangreiche Briefmarkensammlung. „Wir genießen das Leben und freuen uns über unsere Familie und Freunde“, sagen die beiden 81-Jährigen.