Havelberg l Petra Witschas und Roswitha Knoll sind an diesen Tagen meist schon zu früher Stunde da, um einen im wahrsten Sinne des Wortes großen Berg an Arbeit zu bewältigen. Denn der Ortsverein leert regelmäßig am Montag – wenn das ein Blutspendetag ist, dann am Dienstag – alle seine in Havelberg und Umgebung aufgestellten Kleidercontainer. „Deren Inhalt besteht im Durchschnitt so um die hundert meist prall gefüllte Kunststoffsäcke und Taschen“, schätzt Annegret Steffen, die als Vorsitzende des DRK-Ortsvereins auch in der Kleiderkammer, die sich am Sitz des Ortsverbandes in der Genthiner Straße befindet, das Sagen hat.

Weitere Helfer sind willkommen

Alles muss dann möglichst schnell sortiert werden – und das haben Petra Witschas und Roswitha Knoll seit einiger Zeit als ihre Aufgabe übernommen. „Dafür und für ihren Fleiß hier in der Kleiderkammer hätten sich die beiden Frauen auch mal eine öffentliche Anerkennung verdient“, findet Annegret Steffen. „Wir sind hier froh, dass wir sie haben. Von ihrer Sorte könnten wir noch mehr Helferinnen beziehungsweise Helfer gebrauchen“, wünscht sich die Ortsvereins-Vorsitzende.

Mit DRK eng verbunden

Am längsten ist Petra Witschas aktive Helferin. „Ich habe mal im DRK-Wohnheim ‚Julianenhof‘ gearbeitet“, erzählt sie. „Daher bin ich auch mit dem DRK eng verbunden. Die Beschäftigung in der Kleiderkammer ist eine willkommene Abwechslung für mich. Da habe ich als Rentnerin was zu tun. Und bin unter Leuten. Da wird es mir nicht langweilig.“ Und da auch Roswitha Knoll im selben Haus in Nitzow wohnt, wie sie „habe ich sozusagen auch meine Nachbarin dazu überredet, bei der Sortierung der gespendeten Sachen in der Kleiderkammer mitzuhelfen.“ Und Roswitha Knoll, die aus dem Grund noch nicht ganz so lange dabei ist, hat ebenfalls „Freude an der Arbeit gefunden“.

Einige missbrauchen Kleidercontainer

Für beide Frauen ist es immer wieder eine spannende Frage, was sie wohl so alles in den Säcken vorfinden werden. „Doch das ist auf keinen Fall eine Schmutzarbeit, wie manche glauben“, erklärt Petra Witschas. Die meisten Sachen seien sauber. Bei ganz wenigen Ausnahmen komme ihnen aber auch schon mal der Ekel hoch. „Das sind dann Dinge, die absolut nicht in einen Kleidercontainer gehören.“ Stinkende Essenreste oder Scherben gehören zum Beispiel dazu. „Da machen sich einige Leute die Entsorgung sehr leicht. In der Biotonne oder der Restmülltonne wäre das viel besser aufgehoben.“

Unbrauchbares wird recyclet

Aber auch Bekleidungsstücke, die absolut nicht mehr zum Erwerb angeboten werden können, fischen die beiden Nitzowerinnen heraus. „Dafür haben wir inzwischen den richtigen Blick“, ist zu erfahren. In jeder Woche kommt auch von dem nicht mehr Verwendbaren eine ganze Menge zusammen. Leider ist das so. Weggeworfen wird jedoch nichts. „Eine textilverarbeitende Firma aus Wolfen holt diese Sachen zum Recyclen bei uns ab“, ist von Annegret Steffen zu erfahren.

Selbst neue Sachen sind dabei

Sehr gut erhaltene Kleidungsstücke, ja sogar ganz neue, finden sich aber auch in den Säcken aus den Containern. Dafür sind die Mitarbeiter/innen der Kleiderkammer den Spendern auch sehr dankbar, denn andere Menschen freuen sich sehr über diese Sachen.

Sommersachen werden eingelagert

Mit Beginn der kommenden Woche wird in der Kleiderkammer übrigens wieder komplett umgeräumt. „Alle Sommersachen verstauen wir dann im Lager. Sie werden ersetzt durch Textilien für die Herbst- und Winterzeit“, informiert Annegret Steffen. Einige Regenjacken fanden sich gestern bereits in den Kleiderspenden.