Hohengöhren l Der Hohengöhrener bekam den Volksstimme-Blumenstrauß des Monats in Würdigung des Ehrenamtes verliehen.

„Eine gute Wahl, Gerd macht immer!“ Das sagen die Hohengöhrener, als sie hören, dass Gerd Müller den Blumenstrauß erhalten hat. Karsten Seidler hat die Initiative ergriffen und den Vorschlag unterbreitet. „Egal, was ist – auf Gerd kann man sich immer verlassen. Er macht, ohne viel zu fragen.“

Das Aufzählen der Dinge, die „er macht“, dauert etwas länger. Denn der 61-Jährige mischt nicht nur in Hohengöhren mit, sondern auch in seinem Heimatort Nitzow, wo er bis 1999 gelebt hat. Bis 2001 war er hier sogar Bürgermeister. Hier ist er auch immer noch Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins; als Mitglied im Schützenverein ist er bei den Arbeitseinsätzen dabei, und auch beim gelegentlichen Schießen bemüht er sich um Treffsicherheit. Tagsüber, wenn er im Bauamt der Stadt Havelberg, seine Arbeit erledigt, ist er auch in Einsatzbereitschaft, wenn die Nitzower Feuerwehr zum Einsatz muss.

Als Mitglied im Havelberger Behindertenverband nimmt er sich alljährlich in der Revisionskommission die Zeit, die Finanzen zu prüfen. Ehrenamtlicher Geschäftsführer des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Havelberg ist er auch.

Und zu Hause in Hohengöhren nimmt die Mitgliedschaft im Sportverein breiten Raum ein. Er spielt nicht nur Tischtennis, sondern organisiert auch die TT-Dorfmeisterschaften; auch bei der Skat-Dorfmeisterschaft mischt er mit – die Pokale beispielsweise besorgt er.

Sogar Weihnachtsmann hat Gerd Müller schon ein paar Mal gespielt. Wer in die Rolle des guten Alten schlüpft, entscheidet sich bei der Tischtennis-Vereinsmeisterschaft. Derjenige der sechs Herren, der den vorletzten Platz belegt, muss den roten Mantel anziehen.

Und dann sind es noch die kleinen Dinge nebenbei, die Gerd Müller „macht“. Beispielsweise das Beschneiden der von der Gemeinde neu gepflanzten Bäume am Schlagstückenweg. Wenn die Zeit zum Verschneiden ran ist, macht er sich zusammen mit seiner Partnerin Nette Kurze an die Arbeit.

Um alles zu schaffen, könnte der Tag manchmal 25 Stunden haben. „Aber es macht mir ja alles Spaß, ich wüsste nicht, was ich aufgeben könnte.“ Der Sonntag ist Gerd Müller und seiner Nette eigentlich heilig. Da wird Tischtennis gespielt, ein Buch gelesen oder sich der Familie gewidmet. Enkeltöchterchen Roxy, die jetzt in Schönhausen wohnt, kommt gern nach Hohengöhren.

Das mit dem arbeitsfreien Sonntag klappt allerdings nicht immer. Als er letztens mit dem Blumenstrauß in der Hand nach Hause kam, setzte er sich an den Schreibtisch und feilte an seiner Rede, die er vorgestern beim Trink- und Abwasserzweckverband halten musste. Und ein wenig hatte er auch noch mit den Aufgaben zu tun, die er für das Dorfsportfest am nächsten Sonnabend in Hohengöhren übernommen hat.

Bei all dem ehrenamtlichen Engagement nicht zu vergessen: „Du bist einfach ein guter Freund!“, sagte Karsten Seidler bei der Übergabe des Blumenstraußes.