Feuerwehr

Eine neue Motorspritze für die Feuerwehr Warnau

Gleich zwei Aktionen standen beim Treff der Warnauer Feuerwehr auf dem Plan: Es gab eine neue Motorspritze und der Ortswehrleiter wurde für seine zehnjährige Mitgliedschaft geehrt.

Von Ingo Freihorst
Die Feuerwehr Warnau besitzt jetzt eine nagelneue Motorspritze, hier erfolgte die Einweisung im Gerätehaus. Dioe Pumpe startet auf Knopfdruck und kann bis zu 1500 Liter Wasser in der Minute fördern. Ein Display zeigt viele Betriebsparameter und auch Fehler an.
Die Feuerwehr Warnau besitzt jetzt eine nagelneue Motorspritze, hier erfolgte die Einweisung im Gerätehaus. Dioe Pumpe startet auf Knopfdruck und kann bis zu 1500 Liter Wasser in der Minute fördern. Ein Display zeigt viele Betriebsparameter und auch Fehler an. Foto: Ingo Freihorst

Warnau - Bevor es an die Einweisung in die moderne Pumpentechnik ging, war beim jüngsten Treff der Warnauer Feuerwehrleute erst einmal Antreten vorm Gerätehaus angesagt. Ortswehrleiter Tobias Gratzke wurde von Gerätewart Thomas Henningsen nach vorn gebeten, zudem war Silke Lisges, in der Verwaltung der Einheitsgemeinde Havelberg für die Wehren zuständig, erschienen.

Weil die Jahreshauptversammlung in diesem Frühjahr wegen der Pandemie erstmals ausfallen musste, wurde die Ehrung in diesem Rahmen nachgeholt. Denn der Ortswehrleiter ist seit zehn Jahren Mitglied der Wehr, seit zweieinhalb Jahren steht er ihr vor. Hauptberuflich ist er ebenfalls Feuerwehrmann – und zwar auf der Klietzer Feuerwache für den Übungsplatz.

Treuenadel in Bronze und ein Pokal

Für das Jubiläum bekam er eine Anstecknadel in Bronze nebst Urkunde, Thomas Henningsen überreichte zudem eine kleinen Pokal. Geplant war auf der Hauptversammlung auch die Übernahme von vier Mitgliedern der Jugendwehr, doch sollen diese zuvor erst noch die „Jugendflamme“ ablegen. Einer wechselt zudem nach Garz.

Die Wehr zählt aktuell 34 Mitglieder – 15 Aktive, die fünfköpfige Altersabteilung, fünf passive Mitglieder sowie neun Nachwuchsfeuerwehrleute. Drei Warnauer können schweren Atemschutz tragen. Im Vorjahr musste die Wehr zu keinem Einsatz ausrücken – als letztes Dorf im Quappenwinkel ist der Ausrückebereich ohnehin begrenzt.

Es gab 2020 nicht nur keine Einsätze – was durchaus normal wäre – auch Aus- und Weiterbildung waren im Vorjahr wegen Corona arg eingeschränkt. Dabei hatte das Jahr noch ganz normal mit dem Verbrennen der Weihnachtsbäume begonnen, zudem gab es eine gemeinsame Ausbildung zu Schornsteinbränden in Havelberg und einen Erste-Hilfe-Kurs. Sogar die Jahresversammlung konnte noch stattfinden – danach folgte der erste Lockdown. Was bedeutete, dass auch alle Veranstaltungen der Wehren der Pandemie zum Opfer fielen.

Ausscheid zum Jubiläum musste leider ausfallen

Eigentlich hatten sich die Warnauer darauf eingerichtet, mal wieder Ausrichter für einen Löschangriff zu sein, sogar eine Männermannschaft war aufgestellt. Der Ausscheid im Mai sollte anlässlich des 90. Gründungsjubiläums der Wehr stattfinden, alles war vorbereitet. Einzig und allein ein ganzseitiger Rückblick auf die Historie der Wehr in der Volksstimme kündete noch vom Jubiläum.

Traurig waren die Aktiven zudem, dass auch alle Weiterbildungen abgesagt worden waren. Denn die Bereitschaft dazu war groß. Lediglich Ingo Harmuth konnte an einer Weiterbildung zum Sicherheitsbeauftragten in Heyrothsberge teilnehmen.

Natürlich war die Wehr dennoch einsatzbereit, sie wurde von der Stadt Havelberg mit Hygieneboxen und Desinfektionsmitteln ausgestattet. Im Gerätehaus konnten bis Juni nur die nötigsten Arbeiten vorgenommen werden, der Zutritt war nur der Wehrleitung gestattet. Ein geregelter Dienstbetrieb war erst ab Juni möglich – mit Teilnehmerlisten und Ausbildung auf Distanz, die Teilnahme erfolgte freiwillig. Umgehend kümmerten sich die Aktiven um die Brunnenpflege, welche zweimal im Jahr nötig ist.

Ausbildung nur in kleinen Gruppen

Die Ausbildung erfolgte in kleinen Gruppen. Aus der Havel wurde Wasser entnommen und mit Hilfe von Leitern Wasserbecken errichtet. Ein neues Einsatzmittel von der Stadt gab es im September: eine Schaumpistole. Dazu gab es Funkmeldeempfänger und Westen für Einsatzleiter und Gruppenführer. Im Herbst stand die Winterfestmachung auf dem Plan – danach folgte der zweite Lockdown.

Mit der neuen Motorspritze ist die Wehr besser auf Einsätze vorbereitet – die alte Pumpe hatte öfters Probleme. Im Fahrzeug steht nun eine Fox 4 von Rosenbauer, um die 15000 Euro hatte die Stadt Havelberg investiert. 1500 Liter Wasser in der Minute kann die 66 PS starke Pumpe fördern. Sie besitzt ein Bediendisplay, wo neben Daten zum Betrieb auch Fehler angezeigt werden, zudem ist sie mit einer Umfeldbeleuchtung ausgestattet. Der Start verfolgt per Knopfdruck, der Pumpendruck regelt sich automatisch – sogar Fernbedienung ist möglich.

Ortswehrleiter Tobias Gratzke ist seit zehn Jahren in der feuerwehr, dafür gab es einen Pokal und die Anstecknadel in Bronze.
Ortswehrleiter Tobias Gratzke ist seit zehn Jahren in der feuerwehr, dafür gab es einen Pokal und die Anstecknadel in Bronze.
Foto: Ingo Freihorst