Havelberg l Zu einem Arbeitseinsatz hatten sich Soldaten der beiden Truppenkameradschaften des Deutschen Bundeswehrverbandes vom Havelberger Panzerpionierbataillon 803 und vom 4. Versorgungsbataillon 142 aus Hagenow zur Pflege von Soldatengräbern in Havelberg getroffen.

Seit sechs Jahren werden durch Soldaten des Deutschen Bundeswehrverbandes 23 Gräber gefallener Soldaten des Zweiten Weltkrieges auf dem Saldernberger Friedhof in Havelberg gepflegt. „Hier liegen Soldaten, die in den letzten Kriegstagen gefallen sind oder an ihren Verwundungen in den Lazaretten im Umfeld starben“, so der Standortbeauftragte des Deutschen Bundeswehr-Verbandes (DBwV) in Havelberg, Hartmut Pohl. Es waren überwiegend sehr junge Männer, die damals hier beigesetzt wurden, wie etwa der Soldat Günter Mühlenbruch. Sie wurden gegen ihren Willen am Ende des Krieges als 17- oder 18-Jährige eingezogen und mussten in den letzten Kriegstagen sinnlos ihr Leben lassen.

Kontaktpflege zu 95-Jährigem

„Wir wurden verführt, verheizt, verraten und dann verkauft und versklavt“, lautet die Aussage des heute noch lebenden 95-jährigen Bruders von Günter Mühlenbruch, der heute in Schleswig in einem Seniorenheim lebt und zu dem die Truppenkameradschaft noch einen regen Kontakt hält. Der Bezug zur heutigen Zeit sollte sein, dass die Politiker eine sehr große Verantwortung tragen, wenn sie Soldaten der „sanierungsbedürftigen Bundeswehr“ mit ihrem Mandat zu Auslandseinsätzen in der ganzen Welt schicken.

Erstmalig fand nun auf dem Saldernberger Friedhof in Havelberg ein Arbeitseinsatz mit Soldaten zweier Truppenkameradschaften des Deutschen Bundeswehrverbandes statt. Auf Initiative von Oberstabsfeldwebel Frank Bewer und Oberbootsmann Ronny Höppner, beide sind Vorsitzende der Truppenkameradschaften im Standort Havelberg, wurden mit insgesamt 12 Soldaten die Gräber vom Unkraut befreit, die Wege in diesem Bereich gehackt, geharkt und Bepflanzungen gepflegt. Nach zwei Stunden Arbeit hatten die Kriegsgräber wieder ein ordentliches Aussehen.

Weitere Einsätze folgen

Zum Abschluss des Arbeitseinsatzes bekräftigte Stabsfeldwebel Naundorf, „Spieß“ der 3. Kompanie des Panzerpionierbataillons 803, in einigen Worten die hohe Verantwortung der aktiven Soldaten gegenüber den Kriegsopfern. Er versprach, dass weitere Pflegeeinsätze an den Havelberger Kriegsgräbern folgen werden. Stätten wie diese seien als Orte der Erinnerung, aber auch der Mahnung, zu erhalten.