Kamern l „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ und „Im Wald und auf der Heide“ – diese und weitere bekannte Volkslieder werden am 12. November neben jagdlichen Weisen bei der Hubertusmesse zum Erntedankgottesdienst mit Abendmahl in der Kirche ab 14 Uhr erklingen. Vorgetragen von der Bläsergruppe der Havelberger Jägerschaft, welche unter der Leitung von Marko Braunschweig aus Kamern steht.

Musikalischer Leiter der Gruppe ist Simeon Simeonov aus Neukamern, unter seiner Leitung wird schon seit über einem halben Jahr fleißig für die beiden Hubertusmessen geübt. Und zwar jeden Montag ab 19 Uhr im Landgasthof in Klietz.

Messe ist auch in Jerichow

Nicht nur in Kamern wird solch eine Messe stattfinden, sondern auch in Jerichow. Hier werden die Bläser am Sonnabend, 4. November, ab 14 Uhr in der Klosterkirche zu hören sein, Pfarrerin Frederike Bracht wird den Gottesdienst feiern.

Die Bläsergruppe besteht aktuell aus 13 Mitgliedern, welche aus der Elb-Havel-Region und der Prignitz stammen. Es sind alles Autodidakten, Neulinge sind immer gern gesehen. Geblasen wird auf Pless- und Parforce-Hörnern.

Um die 20 Jagdsignale gibt es, also für so ziemlich jede Wildart – außer dem Wolf, berichtete Friedrich Klühe aus Kabelitz. Das Raubtier wurde damals als Schädling angesehen und bekämpft. „Diese Signale gehören zu einer Jagd, ohne diese würde etwas fehlen“, berichtete Marko Braunschweig über sein Hobby.

Es gibt Musikstücke, welche extra für die Hubertusmesse geschrieben wurden, wusste Friedrich Klühe zu berichten. Der heilige Hubertus ist nicht nur der Schutzpatron der Jagd, sondern auch der Schützen, der Kürschner und Metzger sowie der Optiker und Mathematiker. Darum hoffen die Bläser, dass möglichst auch viele Jäger am 12. November den Weg in die Kirche finden. Mit ihrem Auftritt verfolgen sie noch einen ganz uneigennützigen Zweck: Der Erlös wird der Sanierung der defekten Orgel zugutekommen.

Der Hubertustag wird alljährlich am 3. November begangen, an diesem Tage im Jahre 743 wurden dessen Reliquen erhoben. Hubertus von Lüttich wurde um 655 in Toulouse geboren. Er lebte als Pfalzgraf am Hofe Theodorichs III. in Paris, danach in Metz bei Pippin dem Mittleren. Später war er als Einsiedler in den Wäldern der Ardennen apostolisch tätig. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, elf Jahre später verlegte er seinen Sitz nach Lüttich, wo er eine Kathedrale erbauen ließ.

Aus dem Mittelalter stammt die Hubertuslegende: Bei der Jagd sah der Heilige einen prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen den Geweihsprossen – woraufhin er bekehrt und Schutzpatron der Jagd wurde.

Im November finden natürlich auch die Hubertusjagden statt. Der Heilige ist übrigens auch Patron der Hunde.