Havelberg/Schollene l Schon seit längerem durfte der Beobachtungsturm, welcher einst zwischen Havelberg und Jederitz stand, nicht mehr betreten werden. Er stand am Rande des Überflutungsgebietes, der Boden war unter Wasser entsprechend weich. Der schwere Turm ohne besonderes Fundament geriet nach und nach in Schieflage, auch war er ohnehin schon arg baufällig. Im Juli wurde er abgerissen.

Denn der Platz wurde für den Nachfolger benötigt. Dieser ist inzwischen fertig – es ja schließlich wieder längst Vogelbeobachtungssaison. Von den beiden Zimmerleuten der Havelberger Baufirma HTI, welche die neuen Türme errichteten, war zu erfahren, dass der Jederitzer Turm am ärgsten gelitten hatte. Das Fundament des Nachfolgers wurde entsprechend verstärkt, auch hat er eine bessere Statik als die anderen beiden. Zudem wurde der neue Turm etwas gedreht. So kann man noch besser in Richtung Havel blicken, wo sich schon allerhand Wasservögel auf den teils bereits überschwemmten Wiesen tummeln.

Außen aus Lärchenholz

Die Außenfassade der drei neuen Türme besteht aus robustem Lärchenholz, innen ist es Fichte. Denn außen wird das Holz nicht gestrichen, wegen der späteren Entsorgung.

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Zuerst wurde der Turm nahe Neuschollene von ihnen gerichtet, dann jener bei Jederitz und zuletzt der an der Jäglitz zwischen Wöplitz und Vehlgast, berichteten die Zimmerleute Karsten Patschull und Ronald Lukas. In Neuschollene und Wöplitz werden die metallenen Stützen mit Holz verkleidet, bei dem Jederitzer Turm ist das wegen der Überflutung nicht möglich.

Biosphärenreservat ist Bauherr

Das Biosphärenreservat Mittelelbe als Bauherr hatte sich schon länger mit dem Gedanken getragen, die Türme ersetzen zu lassen, informierte Sachgebietsleiter Philipp Ritzmann aus der Ferchelser Außenstelle auf Nachfrage. Weil einer schon gesperrt war, war man jetzt im Zugzwang. Finanziert werden die Bauten komplett aus Mitteln des europäischen Fonds Eler, welcher für die Förderung ländlicher Regionen gedacht ist.

Ausschreibung ging an örtliche Firmen

Die öffentliche Ausschreibung für diese Vorhaben gewannen örtliche Firmen, was Philipp Ritzmann besonders freute. Auch die Stahlbaufirma ist in Havelberg ansässig.

Bänke und Tafeln als Ausstattung

Ausgestattet werden die Türme wieder mit Bänken und vorerst noch mit den alten Infotafeln. Letztere sollen jedoch nach und nach durch neue ersetzt werden.

Vielleicht könnten die Türme im Innern ja auch noch farbig gestaltet werden, meinte der Sachgebietsleiter. Und zwar von Kindern und Jugendlichen. Auf der Mitgliederversammlung des Havelberger Jugendzentrum-Fördervereins in Kamern war das vor kurzem schon mal angesprochen worden und auf rege Zustimmung gestoßen.