Havelberg l Ihr letztes Punktspiel auf heimischem Rasen im Sportforum „Am Eichenwald“ hatten sich die Havelberger Fußballerinnen und ihre Trainer Rico Schröder und Matthias Döbbelin doch etwas anders vorgestellt. Gegen die SG Einheit Pritzwalk sollte es ein Sieg und damit ein erfolgreicher Abschluss der Saison werden.

Dann musste die Partie aber schon nach zwölf Minuten enden. Denn eine Pritzwalker Spielerin hatte sich bei einer Aktion eine schwere Verletzung zugezogen. Notarzt und Rettungsdienst wurden alarmiert. Sie brachten die Verletzte ins Krankenhaus. „Das ist alles sehr bedauerlich“, so FSV-Trainer Rico Schröder, der der Pritzwalkerin zusammen mit seiner Mannschaft eine alsbaldige Genesung wünscht. Rico Schröder hofft, dass die Begegnung nun so gewertet wird, wie es bis zum Abbruch in ihr stand: nämlich 1:0 für den FSV Havelberg. Josepha Wagner hatte für den Treffer gesorgt.

Danach ging er mit seinem Team – wie für diesen Tag geplant – zum gemütlichen Teil über. Dieser begann zunächst mit einem Spaßspiel auf dem grünen Rasen, bei dem auch einige Männer und Kinder mitwirkten.

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Längere Wege als für Männer

Anschließend ging es zum offiziellen Teil und damit verbunden zu einer kleinen Feier aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Frauenmannschaft über, an der auch einige ehemalige Spielerinnen teilnahmen, was alle Anwesenden sehr freute.

Rico Schröder erinnerte dabei an die Anfänge des Frauenfußballs in der Domstadt im Jahr 2008. „Matthias Döbbelin hat sich sehr für die Gründung einer Damenmannschaft engagiert – allen Pessimisten zum Trotz, dass das nie so richtig was werden wird.“ Dass es etwas Richtiges geworden sei, zeige nun die Tatsache des zehnjährigen Bestehens und des erfolgreichen Spielbetriebes auf Kreisebene, an dem die FSV-Frauen seit langer Zeit teilnehmen. „Wir mussten in der Kreisliga Wege fahren, die weiter waren als die unserer höherklassigen Männermannschaft“, so Rico Schröder. Sie führten bis ins Wendland nach Niedersachsen – „Das waren ganze Tagestouren“ – und später im Jerichower Land dann bis nach Loburg.

Seit einem Jahr spielen die Domstädterinnen in der Kreisliga des Fußballkreises Prignitz/Ruppin mit; die weiteste Tour hier geht nach Röbel ins Land Mecklenburg-Vorpommern.

Der Trainer nutzte auch die Gelegenheit, sich beim Vorstand des FSV Havelberg für die materielle und finanzielle Unterstützung in all den Jahren zu bedanken, ohne die zum Beispiel solche langen Fahrten zu Auswärtsspielen nicht möglich gewesen wären. Und zum Gelingen der Zehn-Jahres-Feier am Sonnabend hatten nicht nur der Vorstand – er stellte unter anderem die Eintrittsgelder von der Hallenkreismeisterschaft der Frauen in Havelberg zur Verfügung –, sondern auch weitere Sponsoren (Gerdel & Möwing, Bäker & Ahlfeld, Lars Kripke, Carsten Giewat, Diana Neumann, Daniel Manske) beigetragen.

Platz 5 ist ein gutes Ergebnis

In die Feier mit eingebaut hatten die Trainer eine Auswertung des ersten Spieljahres in der Kreisliga Prignitz/Ruppin. Als sehr erfreulich bezeichnete Rico Schröder den dabei erreichten 5. Platz in einem Feld von insgesamt elf Mannschaften. „Damit können wir auf eine gut verlaufene Saison zurückblicken“, meinte er. Allerdings wäre auch noch der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen, „wenn wir vorne noch einen Knipser mehr gehabt hätten“. Platz 5 solle für alle aber Ansporn sein, „im Spieljahr 2018/2019 unter die ersten drei oder vier Mannschaften des Klassements zu kommen“. Im kommenden Spieljahr gesellt sich mit dem Herzberger SV übrigens noch ein zwölftes Team zur Kreisliga Prignitz/Ruppin, informierte der Trainer.

Nach einigen Ehrungen, darunter für die Torhüterin Janine Falck und für Kapitänin Anne Glaser verabschiedete er seine Mannschaft in die Sommerpause, die bis zum 26. Juli geht. „Am 27. Juli treffen wir uns zum Trainingsbeginn wieder“, kündigte er im gleichen Atemzug an.