Kamern l „Phantastische Abenteuer“ lautete dieses Jahr das Motto des Camps. Ein Film führte die 80 Kinder aus dem gesamten Landkreis zu Beginn ins Thema ein: Der König war von Barbaren verschleppt worden, die Völker – Menschen, Nordmannen, Zwerge, Gnome, Elfen und Feen – mussten sich nun alleine behelfen. Jeden Tag durfte ein anderes Volk die Macht ausüben, was bei den anderen nicht immer gut ankam. So musste bei den gierigen Zwergen viel gearbeitet werden, die pedantischen Menschen verlangten die Einhaltung zu vieler Regeln und die Nordmänner aßen zu viel.

Im Endeffekt waren sich alle einig: Nur wenn man gemeinsam entscheidet und die besten Eigenschaften aller nutzt, klappt es mit dem Zusammenleben. Sogar die Barbaren wurden integriert – sie waren zuvor selbst vertrieben worden, berichteten die Betreuer Katharina Engel und Georg Kirsch über die Tage im Camp.

Netzwerk von Betreuern

Die jungen Camper waren zwischen 6 und 12 Jahren alt, hinzu kamen um die 50 Betreuer – zumeist Jugendliche, die einst selbst in den Zelten gecampt hatten. Sie kommen immer aus ganz Deutschland nach Kamern, wohnen jetzt unter anderem in Hamburg, Erfurt, Magdeburg oder Gießen. „Wir sind schon ein richtiges Netzwerk“, so das Duo. Auch einige Rettungsschwimmer sind darunter.

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Oder auch der bei der Feuerwehr ausgebildete Absturzsicherer Jan de Lede, welcher mit Campleiter Andreas Gierke beim „Markt der Möglichkeiten“ am vorletzten Tag das Kistenstapeln absicherte. Die Kinder konnten hierbei unter diversen Stationen wählen: Kerzen gießen, mit Pfeil und Bogen schießen, einen Armschutz herstellen oder sich als Amazone schminken lassen.

Im Versammlungsraum war Koch Michael Kronefeld mit dem Aufbau des Abschlussbuffets beschäftigt. Aus Obst wurde von ihm auch der Leitspruch des Camps gelegt: „Haka Pele“. Das ist altseeländisch und heißt „weitermachen“. Überhaupt war die Versorgung so vieler Teilnehmer gar nicht so einfach und nur dank vieler Helfer möglich.

Dankeschön an alle Spender

Ein Dankeschön der Betreuer ging an alle jene Angehörigen, welche Speisen mitbrachten. Das Camp endete traditionell am Sonnabend mit einem Gottesdienst in der Kirche, wo alle Kinder mitmachten. Sie sangen die Lieder, welche sie abends am Lagerfeuer selbst gedichtet hatten. Zudem wurde ein Film übers Camp gezeigt.

Das phantastische Seeland war am Montagabend übrigens ganz überraschend zu einem realen Seeland mutiert: Ein extremer Gewitterregen ließ in Kamern innerhalb recht kurzer Zeit 85 Liter Regen auf den Quadratmeter (gemessen vom Gemeindearbeiter am nahen Badestrand) niedergehen. Die Wiese mit den Zelten stand knöcheltief im Wasser, die Kinder waren zuvor jedoch bereits ins Grüne Haus geflüchtet und übernachteten hierin.

„Wir haben aber alles gut überstanden“, berichtete Katharina Engel, auch die Zelte waren alsbald wieder trocken.