Molkenberg l „Dein Haus brennt? Wir haben kein Personal!“ ist in großen Lettern auf dem Aufruf zu lesen. Wegen des Personalmangels sei es sehr wahrscheinlich, dass die Wehr in absehbarer Zeit geschlossen wird, heißt es weiter. Gesucht werden Frauen und Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren.

Nur noch vier aktive Feuerwehrleute zählt die Wehr, welche deshalb zu einer Löschgruppe von Schollene herabgestuft wurde. Carmen und Peter Sauer, Wilfried Bengsch und Holger Hilgert halten noch zur Stange. Das Problem: Ihr Durchschnittsalter dürfte knapp unter 60 Jahren liegen. Bis zum Alter von 67 Jahren darf man den aktiven Dienst verrichten.

In Vorbereitung auf die Versammlung am Freitagabend hatte der Schollener Wehrleiter Uwe Engel Briefe an etwa zehn in Frage kommende Molkenberger Haushalte verteilt. Doch nur ein Pärchen hat scheinbar Interesse, dass die Wehr im Ort erhalten bleibt: Marlis und Stephan Nagel wollen die Reihen verstärken. Stephan Nagel hat bereits die Feuerwehr-Grundausbildung absolviert, er war damals wegen seines Wegzuges ausgetreten.

Interesse an Ehrenamt

„Wir haben unser Haus hier im Ort – und wenn es brennen sollte, muss es gelöscht werden“, begründete er sein Interesse an dem wichtigen Ehrenamt. Uwe Engel hatte sich mehr Resonanz erhofft: „Wer Interesse hat, kann erst einmal ganz unverbindlich bei der Ausbildung mit reinschnuppern.“ Alle 14 Tage ist Treff in Schollene, die Molkenberger Aktiven treffen sich dazu 17.50 Uhr zur gemeinsamen Abfahrt am Gerätehaus. Wenn es Einsätze gab, waren sie immer rasch zur Stelle, lobte der Wehrleiter.

Im Gerätehaus steht derzeit noch ein Leihfahrzeug aus Schollene, der „rote Opa“. Denn ihr Einsatzfahrzeug haben die Molkenberger an die Schönfelder ausgeliehen, bis diese ein neues Fahrzeug bekommen.

Eine Auflösung der Wehr steht für Uwe Engel derzeit nicht zur Debatte. Gute Erfahrungen hat man hier und auch in Fischbeck (mit Kabelitz) gemacht, solch kleine Wehren dann als Löschgruppe der Hauptwehr anzugliedern. Denn eine laufende Ausbildung ist vorgeschrieben. Ist dies von den Betroffenen nicht gewollt, wird aufgelöst – wie erst kürzlich in Melkow oder Jahre zuvor im Nachbarort Rehberg.