Schönfeld l Es ist so ziemlich genau ein Jahr her, dass das ehemalige Schönfelder Löschfahrzeug seinen Geist aufgab. Das Problem: Für das aus dem Baujahr 1978 stammende und aus den Niederlanden importierte Fahrzeug gab es keine Ersatzteile mehr. Auf die Schnelle musste Ersatz gefunden werden. Während man im Verbandsrat Geld in Höhe von 60 000 Euro umschichtete – es war ursprünglich für einen Einsatzleitwagen gedacht – wurde als kurzfristige Lösung das W 50-Tanklöschfahrzeug aus Scharlibbe nach Schönfeld umgesetzt. Doch hatte auch dieses schon seine Macken, weshalb das nächste Ersatzfahrzeug aus Molkenberg kam.

Das Provisorium ging am Wochenende zu Ende, aus Nordhausen wurde ein frisch umgebautes Löschfahrzeug vom Typ LF 10/8 geholt. Die Zahl 8 bedeutet, dass es 800 Liter Wasser an Bord hat. Der 170 PS starke Mercedes aus dem Baujahr 2001 hatte vorher in der Wehr Quedlinburg in Diensten gestanden. Ortswehrleiter Tobias Mahnitz ließ es sich nicht nehmen, das neue Auto persönlich nach Schönfeld zu fahren – und dort bei der Ankunft eine Ehrenrunde mit „vollem Ballett“ zu drehen.

Lichtmast gleich getestet

Am Gerätehaus wurde gleich mal vor etlichen Herbeigeeilten der LED-Lichtmast getestet, welcher sich pneumatisch ausfährt. Das Fahrzeug mit Gruppenkabine verfügt über eine Schnellangriffseinrichtung samt Hochdruckpumpe. An Bord befindet sich neben vier Atemschutzgeräten ferner ein explosionsgeschützter Überdrucklüfter, welcher bei Bränden von Biogasanlagen eingesetzt werden kann.

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Mit nach Nordhausen war auch Verbandsgemeindewehrleiter Uwe Engel aus Schollene gefahren, welcher zuvor in der dortigen Firma auf die Einhaltung des vereinbarten Liefertermins gedrängt hatte. Denn dieser sollte ein drittes Mal verschoben werden. Dabei hatte man in der Verbandsgemeinde schon allerhand Zeit benötigt, um überhaupt ein geeignetes Fahrzeug zu finden.

Auf Liefertermin gedrungen

„Das Auto fährt sich super“, berichtete er. Noch am Sonnabend wurde das Fahrzeug von den Schönfelder Aktiven bestückt und am Abend in der Stendaler Einsatzleitstelle angemeldet. Die Forstbetriebsgemeinschaft Schönfeld spendierte übrigens auch einen finanziellen Zuschuss für das Löschfahrzeug – in den vergangenen Jahren hatte es schließlich ab und an auch im Waldgebiet gebrannt.

Die Molkenberger holen ihr Fahrzeug dieser Tage zurück. Das Einsatzfahrzeug namens „Red Opa“, welches sie so lange aus Schollene ausgeliehen hatten, soll dann nach Neuermark-Lübars umgesetzt werden.

Sandau und Wust folgen

Die nächsten Wehren, welche neue Fahrzeuge bekommen, sind Wust und Sandau. Beide Wehren werden ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 10 erhalten – und bei beiden ist der voraussichtliche Liefertermin Ende kommenden Jahres. Das Bundesland zahlt einen festen Zuschuss in Höhe von etwa einem Drittel, den großen Rest muss die Verbandsgemeinde tragen.

Auf dem Nummernschild des LF 10 prangt die Zahl 1934 – das Gründungsjahr der Wehr. Mithin war es also auch ein Präsent zum 85. Gründungstag.