Schönfeld l  Über Einzelheiten informierte Ortswehrleiter Tobias Mahnitz auf der Jahreshauptversammlung, welche in der alten Schule stattgefunden hatte. Bereits am 20. Januar 2017 riefen Sirene und Pieper die Aktiven zum ersten Einsatz: Ein Pkw-Fahrer hatte die Verkehrsinsel in der Mitte des Ortes überfahren und sich dabei die Ölwanne des Fahrzeugs aufgerissen. Sieben Aktive beseitigten die etwa 700 Meter lange Ölspur. – Und zwar gemeinsam mit der Ölwehr, welche im Auftrag des Landkreises tätig ist. Diese Ölwehr ist in der Arbeitszeit jedoch nur für die Ölspuren außerhalb von Ortschaften zuständig, innerorts muss dies auch weiterhin die Feuerwehr erledigen.

Weit weniger aufwendig war der Einsatz am 23. Februar. Ein Ast lag auf der nach Wulkau führenden Fahrbahn, wobei erneut sieben Aktive dabei waren. Zum Brand des Einfamilienhauses in Sandau waren die Schönfelder am 1. März ebenfalls alarmiert worden. Acht Kameraden eilten dort hin, unter anderem kamen ihre Atemschutzgeträteträger zum Einsatz. Die Zusammenarbeit bei der Brandbekämpfung sei innerhalb der Wehren sehr gut gewesen, blickte Tobias Mahnitz zurück. An der Benefizveranstaltung am 12. März beteiligten sich sechs Schönfelder. Sie kamen nicht mit leeren Händen: Die Kameraden hatten ihr Einsatzgeld gespendet und diese Summe für die Brandopfer verdoppelt.

Sirene bei Übung defekt

Ein großes Problem gab es bei der Übung am 26. August, welche zum Campingplatz am See führte: Die Sirene war defekt, weshalb etliche Aktive rasch per Telefon benachrichtigt werden mussten. Denn nicht alle besitzen einen Alarmmeldeempfänger, den sogenannten Pieper. Bei dem angenommenen Waldbrandszenario wurden von den Schönfeldern 1200 Meter Schlauchleitungen verlegt, auch einige „Verletzte“ waren zu versorgen.

Mächtig in sich hatte es der Einsatz am 5. Oktober, als der Orkan „Xavier“ in Deutschland wütete und tausende Bäume umwarf. Die Schönfelder beräumten zusammen mit Aktiven aus Scharlibbe und Wulkau die Bundesstraße in Richtung Wulkau. Große Hilfe leistete dabei schwere Technik der Agrargenossenschaft sowie des Landwirtschaftsbetriebes von Sieglinde Mahnitz. Die Radlader räumten die Stämme von der Straße.

Ein zweiter Einsatzort war an jenem Tage der Weg, welcher zur Bungalowsiedlung der Ärzte am See führte. Denn dort hatten sich noch Erholungssuchende aufgehalten, welche wegen der umgestürzten Bäume nicht mehr raus kamen.

Neun Aktive absolvieren die Atemschutzstrecke

Doch die fünf Einsätze und die eine Übung waren nur die eine Seite der Aktivitäten der Wehr. Die Kameraden organisierten das Oster- und das Oktoberfeuer. Zusammen mit „Kulturminister“ Norbert Zander wurde ferner die traditionelle Maifeier gestaltet – wobei das Aufrichten des Maibaumes natürlich nicht fehlen durfte.

Beim Löschangriff in Kamern im Mai waren die Schönfelder mit vertreten. Zusammen mit Wulkau und Kamern wurde das Kinderfest in Wulkau organisiert, was wieder sehr gut besucht gewesen war. Und auch beim Gaudiwettkampf zum Feuerwehrjubiläum im Nachbardorf Scharlibbe waren die Schönfelder mit dabei.

Neun Schönfelder absolvierten im Vorjahr die Atemschutzstrecke in der Feuerwehrzentrale Arneburg. Acht von ihnen waren beim „heißen Training“ im Brandcontainer in Fischbeck dabei. Im Frühjahr und Herbst wurden im Ort erneut die Brunnen abgepumpt und bei der Kontrolle der Winterbereitschaft hatte es keine Beanstandungen gegeben, berichtete der Wehrleiter.

Aus- und Weiterbildung ist wichtig

Nicht nur die regelmäßigen Dienstabende wurden absolviert, die Freiwilligen bildeten sich auch überorts weiter: Christopher und Danny Wolf nahmen an einem Seminar zum Sonder- und Wegerecht teil, Tobias Mahnitz fuhr zur Führungskräfte-Ausbildung nach Fischbeck. Die Wehr erhielt neue Einsatzbekleidung und einen Glasmaster, Tischlermeister Dennis Motzkus spendete zwei Handlampen.

In 2017 gab es einen Neuzugang. Der Ex-Sandauer Maik Galkowski stärkt die Reihen der aktuell 23 Aktiven. In diesem Jahr sind wieder gemeinsame Ausbildungen mit Wulkau, Sandau und Kamern geplant, zwei Aktive sollen an einem Funklehrgang teilnehmen und zwei bei der technischen Hilfe.

Zwei große Wünsche haben die Aktiven allerdings noch, welche der Aktive Sven Mahnitz auf der Einwohnerversammlung (dazu in Kürze mehr) vortrug: Das Einsatzfahrzeug ist 38 Jahre alt, Ersatzteile sind nur noch schwer oder gar nicht mehr zu bekommen – sowie arg teuer.

Im Vorjahr war das Auto wegen eines defekten Hauptbremszylinders zehn Tage abgemeldet. Ein ordentliches Gebrauchtfahrzeug mit Allradantrieb würde den Aktiven schon reichen.

Auch das Gerätehaus müsste dringend saniert werden: Das ungedämmte Gemäuer verursacht alljährlich die höchsten Heizkosten aller Gerätehäuser in der Verbandsgemeinde.