Kuhlhausen l Zu immerhin fünf Einsätzen und einer Übung mussten die Aktiven um Ortswehrleiter Steffan Warnstedt im Vorjahr ausrücken, berichtete dieser auf der Jahreshauptversammlung. 2016 hatte es hingegen gar keinen Einsatz gegeben.

Mit den 17 Aktiven gebe es für den kleinen Ort recht viele Freiwillige, doch arbeiten viele außerhalb. Weshalb eine gemeinsame Ausbildung mit den Nachbarwehren wichtig ist, da bei größeren Einsätzen auch immer mehrere Wehren alarmiert werden. Vor drei Jahren hatte man damit begonnen, im Vorjahr gab es eine gemeinsame Ausbildung in Kuhlhausen und eine in Garz. Geübt wurden am 23. März das Anleitern am Garzer Storchenhaus und im Mai der Aufbau einer langen Wegestrecke in Kuhlhausen. „Das ist sehr lehrreich, man wird professioneller – und lernt zugleich die anderen Aktiven kennen“, blickte Steffan Warnstedt zurück.

Hochgefährlicher Einsatz

Gleich der erste Einsatz hatte es in sich: In der Ringstraße brannte am 11. März eine defekte Gasheizung – zum Glück bekam die Wehr zusammen mit den anderen angerückten Aktiven die hochgefährliche Lage rasch in den Griff.

Auf dem Havelberger Marktplatz waren die Kuhlhausener zur großen Übung am 22. Juli anlässlich der 140-Jahr-Feier der Wehr der Domstadt natürlich auch mit dabei.

Mit vielen Problemen behaftet war der nächste Einsatz: Orkan „Xavier“ sorgte am 5. Oktober nicht nur für diverse Sturmschäden und blockierte Zufahrten, sondern auch für einen 24-stündigen Stromausfall. Die Sirene war dadurch außer Betrieb und die Handynetze überlastet. Geplant ist, das Gerätehaus für künftige Ereignisse entsprechend auszurüsten – zum Beispiel mit Notstrom. Es soll damit auch als Anlaufpunkt für die Bevölkerung dienen.

Der Einsatz am 6. Oktober führte sogar bis nach Wöplitz auf die andere Havelseite, beim Wohnungsbrand bildeten die Kuhlhausener die Reserve. Am Straukenweg musste am 7. Oktober ein entwurzelter Baum beseitigt werden, welcher in die Freileitung zu fallen drohte. Hierbei kam die Drehleiter aus Havelberg zu Hilfe. Der letzte Einsatz hatte es dann am 26. November noch einmal in sich: Nach einer Personensuche war ein Toter zu bergen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Ortsverein sicherten die Freiwilligen zudem die beiden Traditionsfeuer im April und Oktober ab und luden zum Weihnachtsbaumverbrennen. Steffen Warnstedt schlug vor, die Ausbildung vom Sonnabend auf den Freitagabend zu verlegen, so habe man das Wochenende für die Familie. Der Vorschlag fand Zustimmung.

Ein Dankeschön für die Einsatzbereitschaft sprach der stellvertretende Stadtwehrleiter Martin Schröder im Namen der Havelberger aus. Kuhlhausen sei wichtig für größere Einsätze in der Domstadt. Ein großes Problem sei die fehlende Führungsstruktur: In Kuhlhausen gibt es weder Zug- noch Gruppenführer. Das muss sich ändern – so darf man allein keine Einsätze fahren.

Probleme gibt es seit etwa einem halben Jahr mit der Nachwuchsarbeit: Jugendwärtin Marlena Ebendorff-Heidepriem bekam eine neue Arbeitsstelle und ihr Stellvertreter Bruce Wetter zog weg, informierte in Vertretung Michael Teßmar. Die sieben Jugendlichen waren im ersten Halbjahr oft in Havelberg ausgebildet worden, dort gibt es viel mehr Möglichkeiten. Überlegt wurde, die Jugend bei der Ausbildung der Aktiven zu integrieren, da der Nachwuchs ohnehin kurz vorm Wechsel in diese Abteilung steht. Man könnte auch weiterhin in Havelberg mitmachen, doch fehlt dazu ein Fahrer – der wird nun gesucht.