Havelberg l Der erste Alarm wurde am Dienstagmorgen (9. Februar) gegen 4 Uhr ausgelöst. Im Franz-Mehring-Viertel der Domstadt war ein Feuer in einer Mülltonne gemeldet worden. „Bei unserem Eintreffen stand die Mülltonne bereits in Vollbrand“, berichtete Marvin Schmidt, Aktiver in der Havelberger Ortswehr und stellvertretender Stadtwehrleiter. Zusammen mit acht weiteren Einsatzkräften auf zwei Fahrzeugen, darunter Einsatzleiter Nico Panhans, war er zum Brandort ausgerückt.

Es dauerte nicht lange, dann waren die Flammen abgelöscht. Anschließend übergab die Feuerwehr die Einsatzstelle an die Polizei. Diese hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Innerhalb kurzer Zeit war es bereits der vierte Mülltonnenbrand im Wohnviertel, was wohl auf Brandstiftung hindeutet.

Zwei aufmerksame Passanten

Die Havelberger Kameraden waren nach Beendigung des Einsatzes noch im Gerätehaus, und hatten die Ausrückebereitschaft gerade wieder hergestellt, da schlugen ihre Alarmmelder um 5.26 Uhr erneut an. Wiederum war das Franz-Mehring-Viertel als Einsatzort angegeben. „Wohnmobil im Entstehungsbrand“ lautete die Alarmmeldung. Zusammen mit den Havelbergern mussten aus dem Grund auch die Ortswehren aus Nitzow und Jederitz zur Unterstützung ausrücken.

Dieses Mal leitete Marvin Schmidt den Einsatz. „Zwei Passanten ist es zu verdanken, dass es hierbei noch recht glimpflich abging“, lautete seine Einschätzung im Nachhinein. Denn diese hatten bemerkt, dass sich im hinteren linken Radkasten des Wohnmobils ein Entstehungsbrand entwickelte und diesen Sachverhalt umgehend per Notruf der Einsatzleitstelle in Stendal gemeldet, über welche dann die Alarmierung der drei Ortswehren erfolgte.

Polizei ermittelt

„Die beiden Passanten handelten inzwischen selbst“, berichtete Marvin Schmidt. „Sie versuchten das Feuer mit Schnee zu löschen und konnten damit zumindest verhindern, dass sich dieses weiter entwickeln konnte.“ Jedenfalls nicht weiter aus dem Radkasten heraus und somit auch nicht in das Wohnmobil hinein. Nach Einschätzung der Lage entschied Marvin Schmidt, dass sich keine weitere Einsatzunterstützung erforderlich machte. Die Ortswehren Nitzow und Jederitz, die sich auf der Anfahrt nach Havelberg befanden, konnten somit wieder in ihre Gerätehäuser zurückkehren. Die Havelberger Ortswehr, mit zwei Fahrzeugen und zwölf Aktiven, hatte das Geschehen schnell unter Kontrolle.

Wäre der Entstehungsbrand nicht so schnell bemerkt worden, hätten die Folgen schwerwiegend sein können. Denn im Inneren des Fahrzeuges, über dem erwähnten Radkasten, befanden sich zwei Gasflaschen. „Nicht auszudenken, wenn diese explodiert wären“, so Marvin Schmidt. „Dann hätte große Gefahr bestanden, dass sich das Feuer auf den nur drei Meter entfernten Wohnblock ausbreitet. Wir hätten Menschen aus diesem in Sicherheit bringen müssen.“ Die Polizei ermittelt auch in diesem Fall.