Wullkau l Nach sechs Amtsjahren wollte sich Wehrleiter Toralf Henning nicht erneut um das Ehrenamt bewerben, erklärte er vorab. Ihm fehle die nötige Motivation, begründete er. Als Nachfolger schlug er den 21-jährigen Florian Meinschien vor, welcher das Vertrauen aller 14 anwesenden Aktiven erhielt.

Aus dem Amt schied auch Chris Meyer, der stellvertretende Wehrleiter. Er hätte eigentlich in der Amtszeit die Qualifikation zum Wehrleiter nachholen müssen, was ihm aber nicht gelungen war. Für diesen Posten wurden Toralf Henning und David Knoke vorgeschlagen, Toralf Henning wurde von den Anwesenden mit großer Mehrheit gewählt.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht als Ortswehrleiter informierte Toralf Henning, dass es im Vorjahr mit fünf Bränden und zwei technischen Hilfeleistungen sowie zwei Übungen allerhand Alarmierungen gegeben hatte. Allerdings ist die Wehr nicht rund um die Uhr einsatzbereit, tagsüber sind nur zwei, drei Aktive im Ort. Etlichen Nachbarwehren gehe es nicht besser, weshalb bei Einsätzen auch immer mehrere Wehren von der Leitstelle in Stendal alarmiert würden.

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Der erste Einsatz in 2016 erfolgte am 14. Januar. Im Nachbarort Schönfeld musste eine Tür für den Rettungsdienst geöffnet werden. Lediglich ein Aktiver eilte dorthin. Der erste „richtige“ Einsatz folgte am 3. Februar, am Sandauer Umspannwerk war zusammen mit weiteren Wehren ein Flächenbrand zu bekämpfen.

Zu einer Übung nach Schönfeld gerufen wurden die Wulkauer am 7. Mai, zusammen mit Aktiven aus Scharlibbe und Schönfeld wurden „Vermisste“ gerettet und der „Brand“ in einer Werkstatt bekämpft. Acht Wulkauer waren dabei.

In der Nacht zum 11. Juni wurde zu einem Unfall mit einer eingeklemmten Person auf der B107 alarmiert. Noch am selben Tag ging es nach Kamern zum Ausscheid im Löschangriff. Hier belegten die Wulkauer trotz schlafloser Nacht den 3. Platz.

Erneut heulte die Sirene am 15. Juli, an der Deichbaustelle war ein Flächenbrand zu bekämpfen. Eine Dieselspur, welche ein Bus verursacht hatte, wurde am 28. August von acht Wulkauern beseitigt. Zum Schonungsbrand nahe Schönfeld rückten auch die Wulkauer am 7. September aus, anderntags wurde hier nochmals nachgelöscht, ebenso weitere zwei Tage später. Ein Blitz war der Verursacher gewesen.

Die zweite Übung war dann ein Heimspiel, sie führte am 22. Oktober ins Therapiezentrum. Mit dabei waren neben fünf Wulkauern auch die Wehren aus Sandau, Kamern und Schönfeld. Am vorletzten Tag des Jahres 2016 gab es noch einen Einsatz. Er führte zur Seekurve in Kamern, wo ein Feuer im Wald nicht richtig abgelöscht worden war.

Im Frühjahr und Herbst werden die 18 Brunnen im Dorf geprüft, im Mai gab es eine gemeinsame Ausbildung mit Schönfeld, am 9. November war Winterfestmachung. Jeden letzten Donnerstag im Monat ist ab 19.30 Uhr Ausbildung.

Traditionsfeuer und Kinderfest organisiert

Die insgesamt 26 Aktiven – darunter vier Frauen – bereichern natürlich auch das dörfliche Leben: Organisiert wurden das Aufstellen des Maibaumes, zusammen mit Kamern und Schönfeld das Kinderfest am 5. Juni in Wulkau sowie der Umzug und das Oktoberfeuer.

Jenny Wolff vom Ordnungsamt regte an, bei der Nachwuchsarbeit eng mit Kamern zusammenzuarbeiten, denn eine Jugendwehr fehlt im Ortsteil. Das Schönhauser Amt genehmigte zudem den Lkw-Führerschein-Lehrgang von Florian Meinschien sowie Geld für die Sanierung des Versammlungsraumes.