Schollene l Dieses war für 320 000 Euro von der Verbandsgemeinde angeschafft worden (wir berichteten). Seitdem machen sich die Aktiven der Feuerwehr  an den 14-tägigen Ausbildungsabenden mit der neuen Technik eingehend vertraut – eine Sommerpause wie bei anderen Wehren gibt es in der Seegemeinde übrigens nicht.

Vieles auf dem modernen Löschfahrzeug ist neu für die Schollener Aktiven, welche bei der Ausbildung auch immer die vier Aktiven aus Molkenberg begrüßen. Da hier ein Wehrleiter fehlt, bilden sie sich in Schollene weiter.

Sprungpolster als Neuheit

Neu ist zum Beispiel ein Sprungpolster, was natürlich schon einmal aufgebaut wurde. Die maximale Fallhöhe beträgt hierbei 16 Meter. Das Polster ist in einer halben Minute einsatzbereit, es wird mit Pressluft aufgeblasen. Der Feuerwehrverein der Wehr beteiligte sich ebenfalls und bezahlte einen Koffer für Türnotöffnungen, berichtete Orts- und Gemeindewehrleiter Uwe Engel.

Neu ist auch das Hygiene-Bord, in diesem befinden sich neben dem Wasseranschluss zum Tank auch ein Desinfektionsmittel, Seife und Papierhandtücher. Praktisch: Auch Pressluft ist hier vorhanden.

Software ist überaltert

Alle elektrischen Geräte an Bord werden in der Fahrzeughalle konstant nachgeladen. Wie die Straßenblitzer oder die Funkgeräte. Weil die Software der aktuellen Geräte abläuft, müssen neue beschafft werden, was in zwei Etappen erfolgt. 400 Euro je Gerät schießt das Land zu, der Eigenanteil für die Träger – in diesem Fall die Verbandsgemeinde – ist in etwa gleich hoch.

Topmodern ist auch der Lichtmast am Heck, welcher pneumatisch ausgefahren wird. Er ist bereits mit sparsamen LED-Leuchten bestückt. Hier am Heck befindet sich auch die Pumpe des Fahrzeuges, welche über 3000 Liter Wasser je Minute fördern kann. Ein Bildschirm informiert den Maschinisten über alle wichtigen Parameter. Im Tank des fabrikneuen Allradfahrzeuges befinden sich übrigens 2000 Liter Löschwasser.

Der Energieerzeuger produziert bis neun Kilovolt, bei der Ausbildung wies Gruppenführer Marcus Wolf gerade die Aktiven in die Bedienung ein. Das Aggregat kann zum Beispiel für den Beleuchtungssatz genutzt werden, welcher zwei Leuchtkörper zu je 1000 Watt umfasst.

Neues Scher- und Spreizgerät

Stolz sind die Schollener auch auf das neue Scher- und Spreizgerät, denn es handelt sich um die schwere Ausführung – man kann also auch Lkw damit bearbeiten. Mitgeliefert wurden zwei Rettungszylinder und ein Schwelleraufsatz. Ihren alten Rettungssatz hatten die Schollener von der Stadt Bismark ausgeliehen, ihr eigener war defekt.

Das Fahrzeug verfügt außerdem über einen Satz Hebekissen, über Motor- und Säbelsäge sowie einen Kasten für Verkehrsunfälle, in dem sich unter anderem ein Glasschneider („Glasmaster“) befindet. Natürlich dürfen auf dem Fahrzeug auch Steck- und Schiebeleiter nicht fehlen, diese wurden am Neubaublock schon in der Praxis getestet.

Neu ist weiterhin, dass die Atemschutzmasken Überdruckgeräte sind, so treten auch bei Undichtheiten keine Atemgifte ein. Vier Geräte befinden sich auf dem Fahrzeug. Die Ausbildungsthemen für die Feuerwehrleute dürften den Schollener Verantwortlichen also so schnell nicht ausgehen.