Kamern l „2019 war für uns ein ungewöhnliches Einsatzjahr“ konstatierte Gruppenführer Benjamin Boyken in seiner Übersicht. Denn immerhin 21 Einsätze hatten die Kamernschen Aktiven zu bewältigen – und damit fast so viele wie in den drei Jahren zuvor zusammen.

Allein 12 Brände waren zu bekämpfen, wovon der am 11. September in Wulkau der schlimmste war: Die sieben Kamernschen Aktiven waren hier gemeinsam mit den anderen Wehren insgesamt fünfeinhalb Stunden im Einsatz gewesen. Alle Brandbekämpfer sind übrigens am 18. Januar zu einer Dankeschönveranstaltung eingeladen.

12 Brände waren zu bekämpfen

Im Schnitt nahmen knapp acht Aktive an den Einsätzen teil, insgesamt kamen dabei 177 Einsatzstunden zusammen. Es gab zudem acht technische Hilfeleistungen und eine Übung. Vier Einsatzfahrten wurden vorzeitig abgebrochen.

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Das Einsatzjahr 2019 begann gleich am Neujahrstag, am Mastenweg bei Neukamern war ein Baum in die Stromleitung gestürzt. Zum Waldbodenbrand nach Havelberg ging es am 6. März – eine dafür ungewöhnliche Zeit. Aber da war es bereits arg trocken. Ein Wohnungsbrand in Sandau war am 26. März zu löschen, ebenfalls zur Brandbekämpfung nach Sandau eilte man am 30. Juni und am 1. Juli.

Mit dem Element Wasser bekamen es die Kamernschen am 29. Juli zu tun: Ein außergewöhnlich heftiges Unwetter hatte etliche Keller und die Kanalisation absaufen lassen. Zudem war auf der Straße am Dachsberg eine Schlammlawine zu beseitigen. Zwölf Aktive waren hier stundenlang im Einsatz gewesen.

Eine unnötige Alarmierung

Der letzte Brand im Vorjahr war erneut in Sandau, am 18. November stand dort ein Schuppen in Flammen. Ärgerlich – weil völlig unnötig – war der Einsatz am 1. September: Ein Segelflieger war nahe Wulkau gelandet, weil der Pilot sich auf dem Acker ausgeruht hatte, nahm ein Vorbeifahrender an, dieser sei verletzt.

Aktuell habe die Wehr 29 Aktive, berichtete Wehrleiter Jürgen Brandt den Versammelten, darunter auch einer Delegation der Partnerwehr aus dem niedersächsischen Clenze. Dieses Jahr wird die aktive Abteilung durch gleich drei Neuaufnahmen verstärkt, darunter sei mit David Knoke ein bereits erfahrener Aktiver. Zwei Ehemalige zogen allerdings auch aus Kamern fort.

Insgesamt kamen bei den Freiwilligen im Vorjahr 780 Stunden zusammen – neben den Einsätzen auch bei der Ausbildung oder der Pflege und Wartung der Technik. Höhepunkt war im Vorjahr die Feier zum 85-jährigen Bestehen der Wehr, welche wegen der Witterung zusammen mit dem Strandfest am Gemeindesaal stattgefunden hatte. „Es war eine gelungene Veranstaltung mit einem Empfang und der Demonstration der Bekämpfung eines Wohnungsbrandes,“ konstatierte der Ortswehrleiter rückblickend.

Viele Aktionen des Fördervereins

Daneben organisierten die Aktiven über ihren Förderverein erneut weitere Aktivitäten im Ort, wie Weihnachtsbaumverbrennung, das Eiertrudeln zu Ostern, Maibaumaufstellen und Oktoberfeuer. Mit den Nachbarwehren wurde zudem wieder das Fest zum Kindertag in Wulkau organisiert.

Leider gelang es aus personellen Gründen im Vorjahr nicht, ein Wettkampfteam zusammenzustellen. Das soll dieses Jahr wieder geschehen, denn Kamern ist wieder mal Gastgeber des Löschangriffausscheids der Verbandsgemeinde. Der Kreisausscheid soll in Hohengöhren stattfinden.

Sehr unzufrieden ist der Wehrleiter mit der Beteiligung an den monatlich stattfinden Dienstabenden. Denn die Beteiligung daran lässt oftmals sehr zu wünschen übrig, manchmal fanden sich nur drei Aktive im Gerätehaus ein. „Die Termine sind lange im Voraus bekannt, so kann das nicht weitergehen.“ Laut Vorgabe der Unfallkasse werden 40 Ausbildungsstunden im Jahr für jeden Aktiven gefordert – ansonsten darf er nicht zu Einsätzen.

Endlich am Breitband angeschlossen

Das Gerätehaus ist jetzt endlich mit Breitband ausgestattet, auch ein Rechner mit Schwarz-Weiß-Drucker steht nun darin. Zudem wurden im Ort zwei neue Löschbrunnen gebohrt.

Zur Grundausbildung werden dieses Jahr drei angehende Aktive geschickt, informierte der stellvertretende Wehrleiter Volkmar Böhm im Bericht zur Aus- und Weiterbildung. Vier weitere Freiwillige sollen am Lehrgang der technischen Hilfe teilnehmen, zwei am Funklehrgang und zwei sollen Kettensägeführer werden.

Förderverein unterstützt nach Kräften

Der 70 Mitglieder starke Förderverein unterstützt die Wehr nach Kräften, vor allem bei der Nachwuchsarbeit, informierte Vorsitzender Arno Brandt. So wurden für die Aktiven Shirts, Mützen und Jacken gekauft, zudem ein Laptop und eine Kaffeemaschine sowie ein transportabler Tresen für die Veranstaltungen.

Gut kam die Bewirtung bei der Frauentagsfeier an, das soll auch dieses Jahr erfolgen. Es gab zwei Spiele-Abende und erstmals lud man zu einer 80er-Jahre-Party an den Strand – mit toller Resonanz. Der Verein unterstützte beim Hedemickenlauf, Strandfest, Kinosommer und beteiligte sich am 26.Oktober erstmals am Ball der Vereine. Der Berufsfeuerwehrtag der Jugend wurde ebenso unterstützt wie die Halloweenfete oder die Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Rostock. Ein großes Dankeschön ging an alle Helfer.

Dieses Jahr steht ein weiteres rundes Jubiläum ins Haus: Die Partnerschaft mit der Wehr aus Clenze wurde vor 30 Jahren besiegelt. Am 19. Januar 1990 hatte sich eine Delegation nach dorthin begeben, erinnerte sich der damalige Wehrleiter Karl-Heinz Schulz. Die Partnerschaft wird noch immer gepflegt, man besucht sich zu Jubiläen und bei den Hauptversammlungen. Die Clenzer Wehr feiert dieses Jahr zudem ihr 150-jähriges Bestehen und richtet darum dort Ende August den Kreisfeuerwehrtag aus, informierte Ortsbrandmeister Andreas Arndt in seinem Grußwort.